Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 25 (1869)
- Issue
- 5-6 (1869)
- Date
- 1869-01-01
- Page
- – (sequence 25)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/2554541-2554773-2554777--05136-2561085- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
89 demselben den Messias Jesus Christus. 23 Jahr alt wurde er in Cleve getauft. Hernachmals wurde er Pastor in Holland, seine Brüder nach dem Fleische stets im Auge behaltend. . Mehrmals getäuscht wurde er später sehr vorsichtig mit der Taufe. In. Batavia wurden zwei Brüder de Fonsaca Christen, der Eine Hernachmals Pastor, der Andere Rathsherr. Als Ketzer 1712 von den Rabbinen in den Bann gethan, wandten sie sich zur reformirten Kirche und wirkten fortan für die Bekehrung ihres Volks. Noch andere Prediger der reformirten Kirche, welche sich einen Namen erwarben, waren Proselyten. Aus neuester Zeit aber sind besonders zwei holländische Juden, welche Christen würden, bekannt geworden: Isaak da Costa und Abraham Cappadose. da Costa'ö Familie war unter den blutigen Verfolgungen der Juden in Spanien daselbst katholisch geworden. Gabriel da Costa wurde dann Schatzmeister einer Kirche in Oporto, der dortige Ablaßhandel aber erschütterte seinen Glauben an die christliche Wahrheit. Nach Amsterdam geflüchtet, wurde er mit seinen Brüdern wieder Jude (1620). Er nannte sich jetzt Uriel Acosta. Aber der Widerspruch der rabbinischen Tradition mit dem Alten Testamente erweckte in ihm neue Unruhe. In einer Schrift bestritt er den Talmud, zugleich aber behauptete er: das Alte Testament wisse nur von zeitlichen und westlichen Strafen. Dafür brachten ihn die Juden in's Gefängniß. Endlich aber verstand er sich dazu, um wieder in die Synagoge ausgenommen zri werden, öffentlich der Strafe der Auspeitschung sich zu unterziehn. Diese Schmach veranlaßte ihn jedoch dann zum Selbstmorde. In seiner Hernachmals aufgefundenen Selbstbiographie klagt er über die zu große Freiheit der Juden in Holland und versichert, daß Jesus in Amsterdam von den Juden ebenso wäre behandelt worden, wie einst in Jerusalem. Ein Bruder Urieis, Josefe da Costa, ein „aufgeklärter Jude," war der Vater des Isaak. Isaak fühlte als Student der Philosophie und der Jurisprudenz das Unbefriedigende seines Judenthums. Die Vorlesungen des Professor Lennep über die jüdische Geschichte und ganz besonders der Umgang mit dem holländischen Dichter Bilderdyk führten ihn zum Christenthum 1822. da Costa gehörte neben Cappadose von da an zu den streitbarsten Bekämpfern des Rationalismus.