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Dibre Emeth · 1869-01-01 · 5-6 (1869) · page 23

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
25 (1869)
Issue
5-6 (1869)
Date
1869-01-01
Page
– (sequence 23)
Language
German
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87 nicht wenige wurden Christen, und Jahrhunderte lang gab es keine Juden in England. Unter Cromwell fanden sie durch die Bemühungen des Manasse ben Israel wieder Eingang. Interessen der Religionsfreiheit und des Handels wirkten hierbei bestimmend. Die Könige ließen sie später im Lande; ihre Lage verbesserte^ sich fortdauernd. Viele wurden Proselyten. In den größten Familien Englands werden Juden als Vorfahren genannt. Unter Anna wird ein Erlaß gegeben, daß die Juden ihre Kinder nicht hindern sollen das Christenthum anzunehmen, und daß sie den Getauften ihre Unterstützung nicht entziehn dürften. Die neuere Missionsgeschichte Englands folgt später. Holland. Auch hier in früheren Zeiten dasselbe Schauspiel der Unterdrückung, fanatischer Plünderung und Mordlust, wie absurder Anklagen gegen die Juden. Später bekam die Sache eine völlig andere Gestalt. Der Sieg der Religionsfreiheit gegen Spanien und Oesterreich kam zugleich den Juden zu Gute. Schaaren derselben, wie auch zahllose Neuchristen aus Spanien und Portugal, fanden in Holland eine Zuflucht. Gar manche von ihnen waren Priester oder Mönche in Spanien gewesen. Aus Polen und Deutschland strömten nunmehr gleichfalls viele Juden nach den Niederlanden, und nicht wenige zeichneten sich durch Gelehrsamkeit wie durch patriotische Handlungen aus. Frankreich remonstrirte in Holland gegen die zu große Freiheit der Juden; der holländische Gesandte aber antwortete, „daß die Christen mit dem Volke Geduld haben sollten, welches Gottes Geduld noch immer erhalte." Unter dem Schutze der Religionsfreiheit gelangten die holländischen Juden zu großem Wohlstände, theilweise zu staunenswerthem Reichthum, von dem sie vielfach einen guten Gebrauch zum allgemeinen Besten machten, z. B. der reiche Jude Pinto durch seine testamentarischen Stiftungen; Einige wurden sogar als Diplomaten an fremden Höfen verwandt. Infolge dessen sprachen mehrere Synoden, z. B. die von Dortrecht 1618, die Furcht aus, daß die Juden-ihren Einfluß dazu anwenden würden, Christen zu ihrer Religion hinüberzulocken. Man errichtete deshalb auf der Universität Leyden einen

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