Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 25 (1869)
- Issue
- 5-6 (1869)
- Date
- 1869-01-01
- Page
- – (sequence 21)
- Language
- German
- Belongs to
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85 seither berichtete gewesen war, ihnen Bürgerrechte und Religionsfreiheit. Daß bei solchem Druck im 17. und 18. Jahrhundert wenige Spuren der Juden in Frankreich Vorkommen, ist nicht wunderbar. Die Getauften verschwanden in der christlichen Welt. Unter den Proselyten haben Wenige einen Namen sich erworben. Hervorragt Nicolaus von Lyra (1300 —1340), Profeffor der Theologie und Ordensprovinzial. Seine Postille wurde selbst von den Juden benutzt und ist von großer Bedeutung für Luther geworden. Er nennt drei Gründe, welche die Juden dem Christenthum fernhielten: 1) Furcht vor äußerer Noch, 2) der Haß gegen das Christenthum von Jugend auf, 3) die Tiefe der christlichen Lehre, welche ihnen als Abgötterei erscheine. Sonst ist bekannt Philipp von Aquino, gebürtig aus Avignon; genannt als Linguist, seine Nachkommen hatten einen Namen in der Wissenschaft. Ferner verdient Erwähnung die Familie de Veil, besonders Louis Compiegne, welcher zuerst Katholik wurde, als Professor der Sorbonne Schriften des Maimonides in das Lateinische übersetzte, später aber in England ein Reformirter und Bibliothekar des englischen Königs wurde. Ebenso Charles Maria de Veil, hoher katholischer Kirchenbeamter und theologischer Gegner des Richard Simon, später Anglikaner und Baptist. Ferner der Mystiker Claude May, der Professor Pierre Vignvles, der angesehene Arzt Paul de Vaillie. England. Hier finden wir frühe Verfolgungen der Juden, aber ebenso auch die Fürsorge sie dem Evangelium näher zu bringen. Mit Wilhelm dem Eroberer kamen Viele in's Land. Unter dessen Sohn Wilhelm dem Rothen wurde eine Disputation zwischen Juden und Christen veranstaltet, deren Ergebniß der König abwarten wollte, um entweder Christ zu bleiben oder Jude zu werden. Ein heftiges Unwetter redete für die Christen. Als der König in Rouen sich aufhielt, baten ihn Juden die Proselyten gegen eine erhebliche Summe Geldes zur Rückkehr in's Judenthum zu zwingen. Der König ging darauf ein, stand