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Dibre Emeth · 1869-01-01 · 5-6 (1869) · page 15

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
25 (1869)
Issue
5-6 (1869)
Date
1869-01-01
Page
– (sequence 15)
Language
German
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79 ebensowenig entschließen kann, den Menschen, wie er jetzt ist, ein Werk der Heiligkeit Gottes zu nennen, als die gegenwärtige Welt allein und ganz ein Werk der göttlichen Allmacht. Der Mensch ist Gottes Geschöpf und doch durch eigene Schuld anders geworden, als er aus Gottes Hand hervorgegangen ist, das sagt uns das Alte Testament; und die Schöpfung ist in ganz derselben Weise heute nicht mehr der reine Ausdruck der Allmacht. Eine That der Allmacht Gottes aber ist es, daß er andere Gewalten selbst dann noch sich äußern läßt, wenn sie gegen seinen Rath und Willen zu streiten begehren, eine That seiner Allmacht, daß er so sich selbst Schranken auferlegen kann. Seine Allmacht steht im Bunde mit seinen übrigen Eigenschaften; zerrissen die heutigen Juden nicht so oft, was zusammengxhört, betrachteten sie nicht so Vieles ganz isolirt mit dem bloß zersetzenden Verstände, übten sie ein wenig mehr die verbindende Thätigkeit, welche ein Jegliches im Ganzen, und das Ganze in seinen Thcilen ansieht, sie würden nicht so leicht über das Unbequeme mit bloßen Redensarten hinweggehen, sondern für Vieles ein besseres Verständniß gewinnen. Gottes Macht nun, sagen wir, könnte sogleich im ersten Augenblick mit der Vernichtung antworten, wo sich ein Wille erhebt, der gegen ihn sich auflehnt, aber sein Plan läuft auf innere Ueberwindung und nicht auf äußerliche Zerstörung hinaus. Seine Allwissenheit hat alle Störungen vorausgewußt, welche der freie Wille, den er bestimmten Geschöpfen zu verleihen gedachte, überhaupt, und ins Besondere auch auf dem Gebiete der Natur würde Hervorbringen wollen; dennoch hat er die Schöpfung nicht unterlassen; er kennt eben in sich selbst zugleich die Macht den freien Willen innerlich so zu demüthigen, daß er endlich ganz eins wird mit dem göttlichen Willen, und alsdann gewinnen auch die Störungen in der Natur ein Ende. Braucht also Gott nicht in jedem Augenblick auf dem Gebiete der Natur seine ganze Macht, so verliert er dennoch zu keiner Zeit das Geringste von derselben, sondern will sie nur vor dem freien Willen zum Gegenstand der Anerkennung und Anbetung machen; und dieses Ziel im Auge bescheidet sich der ewige Gott in der Zeit, die auch mit allen Jahrtausenden vor ihm nur wie ein Tag ist. So haben wir

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