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Dibre Emeth · 1869-01-01 · 5-6 (1869) · page 8

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
25 (1869)
Issue
5-6 (1869)
Date
1869-01-01
Page
– (sequence 8)
Language
German
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78 Alte Testament, welches mit einem Paradiese anfängt und mit einem zum wirklichen, ewigen Bestände gekommenen Paradiese des vollkommenen Lebens endigt. Der christliche Rationalismus hat in ganz derselben Weise wie daS moderne Judenthum eine Einheit Gottes und eine Einheit der Welt beweisen wollen. Wir haben mithin aus unserer eigenen Mitte heraus Gelegenheit gefunden zu erwägen, was eine solche Einheit der Welt bedeute. Aber wir sehen auch, daß unter den Denkenden in unserem Lager so ziemlich Niemand mehr bei der oben gehörten Erklärung sich beruhigen kann, sondern eigentlich nur noch zwei Ueberzeugungen vertreten sind: 1) diejenige, welche materialistisch den Schöpfer ganz beseitigt, und die Welt überall durch sich selbst werden läßt, und 2) diejenige, welche wir, vom Alten Testamente ausgehend, vorhin als die unsere bezeichnet haben. Eigenthümlich ist es übrigens, wenn man auf jüdischer Seite mit großem Nachdruck von der Einheit der Welt spricht, und dann wieder doch ganz offen einen ursprünglichen Dualismus, eine Zertrennung zur feindseligsten Zweiheit von Anfang lehrt. Man bekennt fast in einem Athem den Dualismus und die Einheit zugleich. Das Materielle wird an sich in völliger oder halber Entschiedenheit als der Gegensatz gegen den Geist gedacht, als das andere Element, welches beständig im Kampfe mit dem Element des Geistes liegt. Dem Materiellen werden, ohne daß man sich darüber klar geworden ist, ein Bewußtsein und ein Wille zugeschrieben, welche dem Bewußtsein und dem Willen des Geistes widerstreben. Unter den Orthodoxen besonders findet man Anschauungen, die dem Parsismus und Manichäismus außerordentlich verwandt sind. Der Genuß dieser oder jener Speisen an sich, heißt es unter ihnen, macht den Geist unfähig dem Körper zu dienen. Daher die mosaischen und talmudischen Speisegesetze. Der Israelit soll nur von dem sich nähren, was seinen Leib als geeignetes Werkzeug des Geistes erhält. In der verschiedenen Materie also sucht man Ursach und Anlaß zur Sünde. In der materiellen Natur des Menschen, in seinem leiblichen Wesen, darin, daß er ein sinnliches Geschöpf ist und nicht reiner Geist, will man den Grund der Sünde erkennen. Wir finden auf Schritt und Tritt unter den Juden Sünde

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