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Dibre Emeth · 1869-01-01 · 5-6 (1869) · page 5

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
25 (1869)
Issue
5-6 (1869)
Date
1869-01-01
Page
– (sequence 5)
Language
German
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69 Welt als die Gefammtheit aller erschaffenen Dinge, dieselben als eine Einheit in ihrer Verbindung zum Ganzen aufgefaßt. Ernstlich betont wird die Schöpfung aus „Nichts;" vielfach sogar in diesem Punkte ein besonderer Vorzug für die jüdische Religion in Anspruch genommen. Ohne diese Lehre, hören wir sagen, giebt es kein Judenthum, und der hauptsächlichste Zweck des Sabbaths sei, dieselbe in den Juden lebendig zu erhalten. Ja wir begegnen sogar der Behauptung, daß man Anfangs im Christenthume diese Lehre überall frei herauszusagen nicht den Muth gehabt habe. Das sei erst im Briefe an die Hebräer gewagt worden, aber den Heiden gegenüber habe Paulus mit dieser Lehre -zurückgehalten, er wäre sonst ausgelacht worden. Und eine fortdauernde Aufgabe des Judenthums bleibe es diese ihm eigenthümliche Cardinallehre wie bisher durch alle Zeit festzuhalten. Schwerlich wird man es jedoch auf Seite der Christen, sie seien nun Orthodoxe oder Rationalisten der alten Art, oder auf Seite der Muhamedaner verstehn, daß heute noch das Judenthum etwas auch nur von ferne Besonderes in seiner Schöpfungslehre besitze. Und wenn Paulus in dem vollen Bewußtsein, daß sein Evangelium, die Botschaft von der Menschwerdung des Christus, welcher in Ewigkeit wahrer Gott war, dem Verstände „eine Thorheit" sei, dennoch den gebildeten Griechen und Römern dasselbe zu glarrben zumuthete, wie hätte es ihm in den Sinn kommen sollen davor zu erschrecken: eine Schöpfung aus Nichts, ein Kinderspiel von Einfachheit gegen jene obige Lehre, zu predigen! Ach nein, wer längst wieder als unfaßbares Geheimniß die Menschwerdung dessen, der unendlicher Gott gewesen ist, über Bord geworfen hat, bleibt sehr oft und sehr gern mit den heutigen Juden noch bei der Schöpfung des Allmächtigen aus Nichts stehen; er hat im Namen der sogenannten Vernunft gegen einen Mensch gewordenen Gott recht viel, gegen die Schöpfung aus Nichts keine Bedenken zu erheben. Im Uebrigen beanstanden wir nach der Schrift zwar nicht die Schöpfung aus Nichts, haben dagegen den Begriff der Welt als Einheit aller geschaffenen Dinge noch etwas zu prüfen. Die Welt wird jüdischerseits ziemlich allgemein in unseren Tagen als ein harmonisches Ganze aufgefaßt, in dem Alles objektiv, wirk-

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