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Dibre Emeth · 1869-01-01 · 5-6 (1869) · page 3

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
25 (1869)
Issue
5-6 (1869)
Date
1869-01-01
Page
– (sequence 3)
Language
German
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67 wiß Selbstsucht ist; die Schöpfung erst verhülfe ihm zur Liebe, denn erst die Schöpfung brächte ihm ein Anderes, das er lieben könnte. Das ewige Einerlei des bloßen Jch's, welches nie und nirgends etwas Anderes besitzt, sondern sich stets allein um sich selbst dreht, müßte ihn förmlich treiben dieser Oede zu entfliehen. Zur Weltschöpfung müßte Gott schreiten, um sich selbst aus einer unerträglichen Monotonie des Daseins zu erlösen. Gott wäre mithin der Schöpfung zum Dank verpflichtet, sie hätte jedesfalls das Vervienst ihn aus seiner Einsamkeit herausgerissen zu haben: Gott hätte ihrer bedurft, sie zu schaffen wäre für ihn um seiner selbstwillen zur Rothwendigkeit geworden, und sie wäre nicht mehr ein Werk seiner freien Liebe, die nichts für sich selbst suchte, sondern nur an dem Reichthum ihres vollkommenen Genügens Andere theilnehmen lassen wollte. Ist dagegen Gott dreieinig, so werden wir von Ewigkeit Allmacht, Allwissenheit und heilige Liebe in ihm anerkennen dürfen; denn von Ewigkeit besitzen die drei Personen einen Gegenstand, an dem sie sich, ihrer selbst würdig, thätig erweisen können. Die Allwissenheit des Vaters und des Sohnes und des Geistes finden aneinander ein Unendliches und nicht bloß ein Endliches zu ergründen und zu erfahren. Die Allmacht kann vollkommen ihr ganzes Vermögen ausüben, denn die Allmacht einer jeden der drei Personen findet in den Anderen ein unendliches Gefäß vor, in welches sie ihren ganzen Inhalt selbst zu ergießen vermag. Und ebenso kann sich die Liebe gerade deshalb in Wahrheit genugthun, weil sie es nicht bloß mit endlichen Wesen zu thun hat, denen sie sich hingiebt, sondern weil sie im Stande ist, ihre ganze Fülle Anderen darzubieten und von diesen Anderen empfangen zu sehn. Auf diese Weise bleibt dann Gott jedes eigene Bedürfniß der Schöpfung fern; denn auf dem Gebiete der Schöpfung findet Gott ja das nur in endlichem Maße, was in sich selbst ewig mit unendlicher Fülle. Die Schöpfung wird, wenn Gott dreieinig ist, in der That vielmehr ganz und gar zu einem Akt der Liebe, die das selbst in Wahrheit genossene Leben auch Anderen zum Genuß darreicht. Es ist aber nach alle dem auch dies von Wichtigkeit, daß erst dem dreieinigen Gott diejenigen Eigenschaften, welche wir die sittlichen zu 5*

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