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Dibre Emeth · 1869-01-01 · 3-4 (1869) · page 29

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
25 (1869)
Issue
3-4 (1869)
Date
1869-01-01
Page
– (sequence 29)
Language
German
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61 Hesekiel 37,19 spricht Gott: „Siehe ich nehme das Holz Josephs, welches in der Hand Ephraims, und die Stämme Israels, seine Genoffen, und thue sie zu ihm, mit dem Holze Judas zusammen, und mache fie zu einem Holze, daß sie eins seien in meiner Hand." Also doch sicherlich eine Einheit, welche trotz der Verbindung Zweier zu Einem stattfindet. Und zeigt das Alte Testament nicht auf andere Weise, daß an der Einpersönlichkeit Gottes festgehalten werden müsse, dann ist es um diese Lehre nicht sehr gut bestellt. Ueberhaupt aber geräth das Judenthum in eine sehr bedenkliche Lage, wenn seine Erkenntniß von dem Wesen Gottes die höchste Auszeichnung desselben sein soll. Der Allah der Türken wird in ganz derselben Weise beschrieben, wie es von Seiten der Juden in ihren Darstellungen des Gottesbegriffes geschieht. Wer Näheres darüber wissen will, der lese in einem neueren Werke nach „Geschichte der herrschenden Ideen des Islams von Alfred von Kremer." Und doch zeigt gerade das Beispiel des Muhamedanismus, daß eine Religion, welche als obersten und höchsten Grundsatz die Einheit der Person Gottes aufftellt, deswegen doch durchaus noch nicht von heilbringender Bedeutung für die Menschen ist. Diese „höchste Wahrheit" erschallt Tag für Tag von den Minarets herab, und trotzdem bezeichnen die Spuren des Muhamedanismus Schritt vor Schritt Tod und Verwesung. Der Muhamedanismus verdirbt von Grund aus die Völker, unter welchen er erscheint, sein Symbol ist das Schwert und der Harem. Und was haben mit der „erhabensten aller Wahrheiten," der von der Einpersönlichkeit Gottes, die Juden zum Segen der übrigen Menschheit gewirkt? Seit Christo hat das Judenthum auch nicht das Geringste dazu gethan die Welt von der Finsterniß des Heidenthums und seinem sittlichen Elend zu erretten. Wird mit Recht der Maßstab angelegt: „an ihren Früchten sollt ihr sie erkennen," dann muß man zugestehen, daß sich das Judenthum als eine Lebenskraft für die Welt nirgends gezeigt hat, und doch wird von ihm behauptet, daß es der Träger der Wahrheit zum Besten der ganzen Menschheit sei. Doch das Christenthum hat auch selbst die Erfahrung in seiner eigenen Mitte davon machen können, ob die Lehre von der Einpersönlichkeit Gottes ein guter Sauerteig in seinem Leben werden könne. Der

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