Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 25 (1869)
- Issue
- 3-4 (1869)
- Date
- 1869-01-01
- Page
- – (sequence 28)
- Language
- German
- Belongs to
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60 dieser Satz in das Jenseits nachgerufen. Er ist im eigentlichsten Sinne das Losungswort Israels durch alle Jahrtausende geworden, dem zahllose Märtyrer willig ihr Leben opferten. So lange der Israelit an ihm unverbrüchlich festhält, soll er nach dem talmudischen Ausspruch als Israelit angesehen und behandelt werden." Daß die Juden eine besondere Bedeutung haben und der Satz: „Gott ist eine einzige Person," ist, wenn man alle Differenzen der - zwei jüdischen Parteien prüft, wohl auch das Einzige, was gemeinsam von ihnen bekannt wird. Es ist aber ein eigenthümliches Ding mit dieser Einheit Gottes. Die Juden geben eine Mannigfaltigkeit der Eigenschaften Gottes zu und fürchten darüber nicht die Einheit zu verlieren, aber ste verwerfen durchaus eine Dreiheit der Personen, denn mit dieser Mannigfaltigkeit halten ste die Einheit für unverträglich. Man sollte glauben, daß, wenn mit den Eigenschaften Gottes Ernst gemacht, wenn dieselben als Realitäten aufgefaßt würden, auch der Uebergang zu der Erkenntniß von der Einigkeit eines Gottes, der eins ist in drei Personen, nicht so schwierig wäre. Aber das geschieht nicht, denn das Judenthum, welches gerade im Gegensatz zum Christenthum als diese historisch vorliegende Religion sich gebildet hat, müßte dann aufhören dieses Judenthum zu sein. Freilich sagen uns die Juden, daß sie an der Schrift Alten Testamentes festhalten, wenn sie nur eine Einpersönlichkeit Gottes zugestehen wollen. Wir werden darauf später noch einmal zurückkommen, bemerken aber schon jetzt Folgendes. Die Hauptschriftstelle, auf welche man sich jüdischerseits beruft, lautet nach der lutherischen Uebersetzung: „der Herr, unser Gott, ist ein einiger Gott." Wir wollen davon absehen, daß selbst unter den Juden man die Worte verschieden übertragen hat, und Aben Esra z. B. übersetzt: „Jehovah ist unser Gott, Jehovah allein." Auf diese Verschiedenartigkeit der Uebersetzung kommt nicht so viel an. Rur das ist einfach sprachlich falsch aus dem hebräischen Worte Echad die Bedeutung „ein einziges Wesen" herauslesen zu wollen. Nicht allein hören wir unter den Juden dies zugeben, daß erst durch das Christenthum man dazu gekommen sei die Einheit in Gott selbst zu betonen, sondern auch das Alte Testament bezeugt eS, daß die Hilfe des Lexikons die jüdische Lehre im Stich läßt. Denn bei