Mannheim
Compact Memory

Dibre Emeth · 1869-01-01 · 3-4 (1869) · page 10

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
25 (1869)
Issue
3-4 (1869)
Date
1869-01-01
Page
– (sequence 10)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
96% known words query
IRI
…/2554541-2554773-2554776--05088-2561036
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

4S „O Herr! ich glaubte bisher, du seiest außer mir, und man müsse sehr laufen dich zu finden. Nun aber, da ich mich in dir gefunden habe, erkenne ich, daß ich dich vom ersten Schritte an verlassen hatte, den ich that, um dich anderswo zu finden." Türkisches Sprichwort: „Wer Ich sagt, ist ein Teufel." Denn Gott allein ist, der es mit Wahrheit sagen kann, da alle Dinge von ihm, in ihm und durch ihn sind, und er der Einzige ist, der sein Dasein durch sich selbst hat." Ein Koranspruch: „Gott ist seinem Geschöpfe weit näher, als ihm die Kehlader ist." Darüber sagt Saadi: „Es ist ein staunenswerthes Ding, daß Gott einem Menschen so nahe und so innig, und dennoch der Mensch von Gott so entfernt ist." Der Perser Nezami sagt: „Glücklich, wer ernsthaft bedenkt, daß unsere ganze Lebenszeit nichts weiter als ein gastweise geschenktes Nachtlager ist. Sagt also allen Menschen: Schlagt in dieser Welt keine Gezelte auf, die an Pfählen befestigt sind, und belastet euch nicht unnützer Weise mit einer Last, die beständig eingepackt stehen muß, um jeden Augenblick aufbrechen zu können." „Diese Welt, o mein Bruder, bleibt Niemandem. Feßle dein Herz an den, der ihr Urheber, das ist genug. Verlaß dich nicht auf den Besitz der Güter der Erde: wie viele Leute hat sie nicht eben wie dich gemästet, um sie hernach schlachten zu können." Fodhail gefragt, wer sich hinsichtlich der Religion am meisten betrüge, antwortete: „Der, welcher Gott nicht frei von aller Furcht und von aller Hoffnung dient." Und wie dienst du ihm denn? fragte man. Er antwortete: „Mit der Liebe eines Freundes. Denn die Liebe des Wohlwollens, die er zu mir hegt, ist, was mich zu seinem Dienst geführt hat und darin erhält." Abulhassan: „Auch um keiner besonderen Absicht willen soll der wahrhaft Fromme Gott lieben." „Dein Freund, o Herr (schreibt ein Frommer), hat keinen anderen Vortheil aus dieser Welt ziehen wollen, als daß er dich darin zu loben suchte; und im Himmel verlangt er nichts weiter, als dich darin zu besitzen." Selemi: „Das (Gott) Danksagen ist eine Leiter, auf welcher man von Stufe zu Stufe bis zum Gipfel der Vollkommenheit steigt."

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.