Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 25 (1869)
- Issue
- 3-4 (1869)
- Date
- 1869-01-01
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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40 Vincenz Ferrer gewannen auch hier in späterer Zeit viele Juden für die Kirche. Angebliche Kreuzigung eines Mauren durch Juden brachte aber große Verfolgungen über dieselben, so daß nur die Annahme der Taufe sie von dem Tode errettete. Jedoch noch heute sind die Nach» kommen derselben eine verachtete Klasse. In Portugal hört man erst seit 1100 etwas von den Juden. Sie bekleideten, trotz mancher Anfeindungen der Geistlichkeit, öffentliche Aemter, selbst der Wiederrücktritt ins Judenthum wurde den Proselyten nicht ernstlich verwehrt. Auch Zwangstaufen kamen lange Zeit nicht vor; in den Zeiten der inneren Unruhen wurden die Juden von den Königen milde behandelt. Doch 1390 pflanzten sich die spanischen Judenverfolgungen auch nach Portugal fort. 20,000 der durch Ferdinand von Spanien Vertriebenen hatten gegen ein Kopfgeld die Erlaubniß zum achtmonatlichen Aufenthalt im Lande erhalten. Aber Mehrere unter ihnen hatten die Pest mitgebracht. Das erweckte die Erbitterung des Volkes. Sie nach getroffenem Uebereinkommen auf Schiffen fortzuschaffen unterließ man. Viele mußten sich taufen lassen, die Andern wurden als Sklaven verkauft und ihre Kinder den Müttern entriffen, um sie nach der Verbrecher-Insel St. Thomas zu schaffen. Später noch einmal geschah Aehnliches. König Emanuel war Schwiegersohn Ferdinands des Katholischen geworden, dafür mußte er die Juden verfolgen. Endlich erschien ein königlicher Befehl, welcher die Taufe verlangte und Verbannung für die Widerstrebenden festsetzte. Der Bischof Ferdinand von Coutinho stand männlich auf gegen die Zwangstaufen derer, „die mit den Haaren zum Taufsteine gezerrt wurden." Es half nichts. Man nahm den Eltern ihre Kinder und gab sie nur zurück, wenn auch diese sich taufen ließen. Den Neuchristen versprach man ihren Glauben nicht zu untersuchen. Aber die Inquisition fiel bald über dieselben her. Die Scheiterhaufen loderten auf; einige Päpste protestirten vergeblich, und umsonst war es, daß Einzelne derselben sogar die Rückkehr der Getauften zum Judenthum gestatten wollten. Nur die Flucht errettete. Alle aus Spanien und Portugal ausgewanderten Juden heißen seitdem portugiesische. Noch im vorigen Jahrhundert verbrannte man mehrere spanische Christen wegen jüdischer Jrrthümer.