Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 25 (1869)
- Issue
- 3-4 (1869)
- Date
- 1869-01-01
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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36 des Ereignisses führte den Arzt mit seiner ganzen Familie zur Kirche. Nicht selten bedienten sich die Kirchenväter, wie z. B. Origenes und Hieronymus, der Beihilfe von Juden zum Verständniß des Alten Testaments. Bei dem Begräbniß des Bischofs Hilarius von Poitiers (368) sangen Juden hebräische Psalmen. Im Allgemeinen aber klagen die Juden jener Zeit über den Bekehrungseifer der Kirche, und die Kirche über die Halsstarrigkeit der Juden. Die speciellere Geschichte der Judenbekehrungen in den verschiedenen Ländern zeigt dann immer dieselben Erscheinungen. Zu allen Zeiten und unter allen Völkern gewann das Evangelium Herzen unter den Juden, die mit reichen Geistesgaben der Sache des Herrn dienten und als wahre Lichter in ihrer Zeit leuchteten. Aber diese Erscheinungen find vereinzelte. Dagegen wurden Tausende mit Gewalt zur Annahme der Taufe gezwungen, welche sie nur sich gefallen ließen, um ihr armes Leben zu retten. Das bleibt ein wunder Punkt in der Geschichte der Christenheit. Was die einzelnen Länder betrifft, so ist die Zeit der Einwanderung der Juden in Spanien nicht bekannt; der Apostel Paulus aber setzt dort Juden wohnend voraus. Mit den frühe aufblühenden Christen- Gemeinden Spaniens standen sie im guten Einvernehmen. Das Concil zu Elvira (320) sucht den Abstand zwischen beiden zu vergrößern. Die arianischen Westgothen ließen sie in Ruh;'mit dem Siege der katholischen Religion beginnt ihre Unterdrückung. Unter König Sisebuth sollen 90,000 die Zwangstause angenommen haben. Die Kirchenväter eiferten dagegen, auch das 9. Concil zu Toledo (633), bedrohte aber die Wiederabfallenden mit strengen Strafen. Später vertrieb man sie ganz, wenn sie die Taufe verweigerten, bei welcher übrigens eine schriftliche Verpflichtung, dem katholischen Glauben treu zu bleiben, gleichzeitig gefordert wurde. Dennoch waren viele Neugetaufte geheime Juden, und nicht allein dies, sondern unter der spanischen Geistlichkeit offenbarte sich sogar eine große Geneigtheit zum Uebertritt ins Judenthum. Daher die Gesetze immer strenger wurden. Um diese Zeit schrieb Julian von Toledo sein Buch gegen die Juden „über das 6. Jahrtausend der Welt!" Julian, selbst Proselyt, war ein sehr frommer Mann, besonders