Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 25 (1869)
- Issue
- 1-2 (1869)
- Date
- 1869-01-01
- Page
- – (sequence 26)
- Language
- German
- Belongs to
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26 Wir wollen dagegen nicht ankämpfen, sondern Gott stille halten; sehn wir doch, daß die alten Völker, welche hernach die Träger deS ChristenthumS wurden, denselben Gang geführt worden sind, den nunmehr die Juden geleitet werden. Auf dem Boden des römischen Reiches wurde alles Volksthum, wurden Religion und Sitte zerschlagen, eine Allgemeinheit war das Resultat; aber eben da, auf dieser höchsten Höhe der Entfaltung des Natürlichen und Menschlichen war es nicht mehr zu leugnen, daß die rein menschliche Entwickelung mit aller religiösen Verbrämung doch nur zum Abgrund führt. Die Kirche Jesu Christi ward als alleiniger Rettungsort erfunden. Doch gehen wir diesmal nicht näher auf den Gegenstand ein, sondern behalten ihn einer späteren Besprechung vor. Einstweilen freuen wir uns aus den obigen statistischen Nachweisungen wenigstens eins zur Freude aller Herzen, die Gefallen am Guten haben, hervorheben zu können, nämlich dies: daß der Boden der Familie in Israel noch vielfach in schöner Weise erhalten ist. Alle Hoffnung zum Besseren in einem Volke knüpft aber gerade an diesen Punkt an. Da entscheidet es sich, ob sittliches Gefühl und Liebe den Herzen erhalten bleiben, da wird die Möglichkeit bewahrt auch die Heiligkeit und Liebe Gottes zu verstehn. Diesmal wollen wir, was mit einem Satze angedeutet ist, nicht weiter aussühren, sondern dem Auge nur einen bestimmten Lichtpunkt zeigen, wenn auf der einen Seite Dunkelheit, auf der anderen betrüglicher Glanz es täuschen wollen. Daß es bei dem Früheren und Gegenwärtigen in Israel nicht bleiben wird, drängt sich vielen Juden von selbst auf; ihr Zukunstsideal ist von der Geschichte und der menschlichen Erfahrung der Jahrtausende schon gerichtet; das Letzte bleibt doch, was der Jesus Christus aus Israels eigenem Fleisch und Blut ihm verkündigt hat, sein Reich unter Israel. Jechiel Zebi Lichtenstein. In Berlin, Leipzig und Breslau hatten jüngst mehrere Männer, welche sich fiir die Arbeit der Mission unter Israel interessiren, Gele-