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Dibre Emeth · 1868-01-01 · 11-12 (1868) · page 19

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
24 (1868)
Issue
11-12 (1868)
Date
1868-01-01
Page
– (sequence 19)
Language
German
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179 und Finden doch schließlich todesmatt und zum Tode verzweifelt da- Aanden; daß sie in all ihrer Fülle, in all ihrem Reichthum, in aller ihrer Ehre, in allem Weltenglanz nach Lebensbrot schrieen und nach Rettung aus dem Rachen des Todes, den nicht länger die Decke des Glanzes und Flimmers ihnen verbergen konnte. Und welch eine Tiefe der Erkenntniß Gottes, der da weiß, daß unser Herz unruhig ist, bis es in ihm ruht; der da weiß, daß unsere Seele, weil von ihm geschaffen, nach ihm auch verlangt, wenn sie gleich noch so lange an Anderem sich zu sättigen und zu stillen versucht hat. Das ist die Tiefe der Erkenntniß Gottes, daß er trotz der tausendjährigen Irrwege, welche Israel und alle Völker gegangen sind oder gehn, dennoch das Sehnen nach einem unvergänglichen Leben in ihrem geheimsten Grunde erblickt und darum wartet, bis die Nebel dieser Erden- und Weltzeit vor den Strahlen der Macht seiner Gnade und seiner Gerichte sich haben zerstreuen müssen, wartet, bis sie dann nur eins wissen und kennen: den Herrn allein. Des Menschen Herz seufzt Anfangs fast nur, wenn die Gerichte Gottes das Leben schlagen, und erblickt in ihnen nichts weiter als Zorn; es fühlt das Bittere, welches sie bringen, und über diesem Gefühl will die freudige Zuversicht zu Gott schwinden. Die Gerichte strecken sich nach vorn hin; sie treffen die Einzelnen, sie treffen die großen Gemeinschaften, um das Ziel des ewigen Lebens herbeizuführen. Sie sind Schläge, welche eines weisen Vaters Hand genau zugemessen hat, aber im Augenblick höchstens von Einzelnen oder hier und da einmal von einem einzelnen Volk verstanden werden. Doch treffen sie den ganzen Leib der einen Menschheit an jeder Stelle, wo es noth ist, bis ein allgemeines Schmerzgefühl ihn ergreift und zur heilsamen Genesung durchdringt. „Erforschen kann der Mensch die Gerichte nicht," kann es nicht ergründen, was für das Ganze, dem er als Glied angehört, die Schläge zu bedeuten haben, welche er empfängt, am Ende erst wird Alles klar. Und „die Spuren der Wege, welche Gott einschlägt, kann kein menschlicher Verstand ergründen." Der Mensch merkt höchstens, wenn er vom heiligen Geist gelehrt ist, was sie für ihn zu bedeuten haben, aber wie die tausend Zweigwege jedes einzelnen Menschen- oder Völker- oder Zeitlebens zu dem einen Hauptwege hingeleitet werden, dessen Ende das 12*

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