Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 24 (1868)
- Issue
- 11-12 (1868)
- Date
- 1868-01-01
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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172 gebracht haben den Tempel Gottes zu bauen, ehe diese Aufgabe den Händen Israels vertraut wird. So werden Beide in ihrem Eigenen zu Schanden gemacht, die Juden sowohl als die Völker. Die Juden haben ohne Jesum nichts vermocht, die Heidenvölker vermögen auch nichts mehr, sobald sie dem vorher mit Freuden aufgenommenen Christus den Rücken kehren — und es bleibt mithin dabei: nur Einer ist es, Gott selbst und sein Sohn Jesus, damit seine Wahrheit, welche den Beruf in seinem Reiche immerdar ohne jeden Anspruch auf Verdienst der Werke vertheilt, unerschüttert sei. — Wie gesagt, nur zum Verständniß, warum gerade erst in dem von Paulus angegebenen Zeitpunkt Israel als ganzes Volk gerettet wird, sind die letzten Ausführungen geschehen. Aus dem Ganzen der in sich ja einigen Schrift fällt auf das Einzelne und auch auf unsere Stelle Lichts genug, daß sich jeder Ausspruch auf diese Weise rechtfertigt, erklärt und den Schein verliert, als ob er ohne Zusammenhang mit dem Uebrigen dasiehe. Das Bild, welches Israel jetzt zeigt, soll daher in der angegebenen Zeit ein ganz anderes Gepräge tragen. Sind es heute nur Einzelne unter den Juden, welche zum Reich der Gnade Gottes und Christi gehören, so wird es dann gerade umgekehrt sein. Das Volk wird dastehn als ein Volk, das recht von Herzen seinen Heiland bekennt — mögen immerhin auch noch manche Einzelne diesem „Ganzen" wiederum ferne bleiben und es sich also bestätigen, daß kein Zwang, sondern allein die Ueberwindung von innen heraus Israel zu den Füßen des von ihm gekreuzigten Gottessohnes geführt hat. Damit aber wird sich erfüllen, was der Prophet Jesaias 59, 20 gesagt hat. Paulus führt diese Stelle an. Das alttestamentliche Citat sagt: zu Zion wird der Erlöser kommen und zu denen, welche sich bekehren aus Jacob; das neutestamentliche: aus Zion wird er kommen und wird abwenden die Gottlosigkeit von Jacob. Der Sinn wird durch diese Verschiedenheit nicht verändert. Das Neue Testament an anderen Stellen und ebenso das Alte lassen den Messias Israel zum Heil in Zion erscheinen, und gerade seine Offenbarung in der heiligen Stadt bezeichnet den Wendepunkt in der Geschichte des Volks. Wenn es voll tiefer Angst über sein Sündenelend aus herzlicher Buße rufen