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Dibre Emeth · 1868-01-01 · 11-12 (1868) · page 8

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
24 (1868)
Issue
11-12 (1868)
Date
1868-01-01
Page
– (sequence 8)
Language
German
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168 1 Trägt daher noch einmal die Kirche die Art Israels, dann müssen es sich die bisher christlichen Völker ebensowohl gefallen lassen, als seit Paulo diejenigen aus Israel, welche zur Christengemeinde übertraten, in die Ordnung derselben, so viel Fremdes sie auch wegen ihres vielfach durchaus nicht jüdischen Gepräges an sich trug und an sich trägt, sich zu schicken haben. Kaum wird es nöthig sein, diese Worte vor dem Mißverständnis zu bewahren, als sollte das Gesetz Mosis, wie es historisch vorliegt, die Verfassung der letzten Christengemeinde aus Israel und damit auch die der anderen Völker werden. Das Vorbild mit seinem schattenhaften Wesen wird nicht wieder hergestellt, denn das Gesetz ist als ein unerträgliches Joch zerbrochen, aber was durch das Gesetz Mosis angedeutet ward, das wird sich neu wiederholen: das Leben dieser letzten Gemeinde wird in allen Stücken wieder seine Beziehung auf Gott offenbaren, und alle Verhältnisse zu den natürlichen Dingen werden die volle Gemeinschaft mit Gott wiederspiegeln. Israel wird dann mit dem heiligen Geist begabt der Ordner sein, und man wird es erkennen, daß es wieder der Oelbaum ist, welcher in der früheren Zeit unter seinen Vätern erwachsen war. Man wird an dem Reiche Gottes, wie es zur Endzeit erscheint, die Züge der israelitischen Gemeinschaft in wunderbarem, heiligen, schönen Gesammtbilde wieder erkennen und darum über keinen Zwang seufzen, sondern sich der Herrlichkeit freuen, die mit Lichtes Macht aus der Hülle und Enge der mosaischen Form herausgebrochen ist. Daß es aber dahin kommen werde, soll man nicht als Pauli eigenen, ungegründeten Einsall erkennen, sondern als Geheimnis. Dies Wort soll es feststellen, daß die Aussprüche des Apostels über die Zukunft Israels nicht aus seiner Erfindung stammen, sondern daß sie Gottes - und Schriftwahrheit seien, die eben allzumal für den menschlichen Verstand und das menschliche Ergründen ein Geheimnis sind und nicht auf dem Wege natürlicher Schlußfolge gewonnen werden können, sondern nur auf dem Wege der Offenbarung, welche das unserem Wissen Verborgene enthüllt. Paulus macht allerdings keinen Anspruch darauf etwas Besonderes zu wissen, was sonst im Gebiet der Offenbarung nicht bekannt wäre; nicht eine Geheimniskrämerei soll man bei ihm argwöhnen.

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