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Dibre Emeth · 1868-01-01 · 11-12 (1868) · page 7

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
24 (1868)
Issue
11-12 (1868)
Date
1868-01-01
Page
– (sequence 7)
Language
German
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167 Volk der christlichen Kirche stch anschließen wird, wie nun gerade und wie mannigfaltig dieselbe ihre Gestalt im Lauf der Geschichte unter den verschiedenen und theilweise feindlich getrennten Nationen gefunden hat, sondern es soll sich alsdann zeigen, daß Israel in seinen eigenen, in den ihm eigenthümlichen Oelbaum wieder eingepfropft wird. Mag es auch für unsere Tage, welche ja zu den Zeiten der Heidenchristen gehören, noch Pflicht für den gläubig werdenden Juden sein, sich irgend einer der bestehenden Kirchen anzuschließen, und ist es eben deshalb durchaus verfrüht eine besondere Proselytenkirche bilden zu wollen, so entscheidet dies doch nichts für die Zeit, in welcher Israel nun als Volk eine christliche Gemeinde werden wird. Dann soll es ebenso zur Erscheinung kommen, daß die Fülle der Zweige aus Israel Zweige an ihrem eigelien Stamme sind, als es jetzt falsch wäre ein menschliches Zerrbild an Stelle des hernach göttlich gewollten zu setzen. Dann wird es wieder, wie schon früher bemerkt, vor aller Welt sich zeigen, daß der Baum, welcher die Gemeinde Gottes ist, Israels von nun an verklärte Gestalt an sich trägt; daß es die Gemeinde Abrahams, Isaaks und Jacobs, die Gemeinde aller Propheten und Könige des Alten Bundes, die Gemeinde endlich des Jesus, welcher aus Israels Fleisch geboren ward, ist, welche nunmehr ihre Vollendung erreicht har. Und eben damit warnt der Apostel im Voraus die gegenwärtige Christengemeinde, ja nicht, wie es Israel gethan hat, über der Form des Reiches Gottes dieses selbst zu verachten, sondern diese Form sich gefallen zu lassen, je nach der Zeit, in welcher es besteht. Eben damit verbietet er jede Ueberschätzung der Art und Weise, wie stch gerade äußerlich die Kirche Christi darstellt; es hat das Alles nur ein zeitliches Recht und macht nicht das Wesen der Kirche aus, sondern das Wesen ist durch den Glauben bestimnit. Der Menschen Sache ist es nicht, die Gestalt des Gottesreiches für die Dauer bestimmen zu dürfen, es ist ihnen nicht erlaubt, dasselbe nur in einem Gewände fefthalten zu wollen, sondern sie haben es zu nehmen, wie es ihnen gerade geboten wird. Die Ordnung in seinem Hause gehört Gott selbst-, wer in demselben wohnen will, muß es sich gefallen lassen, wie Gott das Haus einrichtet, und er findet vollkommene Genüge, wenn er mit der Wohnung oder dem Platz, welche ihm von der Gnade angewiesen worden, zufrieden ist.

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