Mannheim
Compact Memory

Dibre Emeth · 1868-01-01 · 11-12 (1868) · page 6

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
24 (1868)
Issue
11-12 (1868)
Date
1868-01-01
Page
– (sequence 6)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
97% known words query
IRI
…/2554541-2554765-2554772--05014-2560960
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

166 bleibt und wie ein heiliges Maß alle seine Thaten bestimmt, nicht aber irgend ein menschlicher Anspruch. Gerade die Heiligkeit und die Liebe Gottes thun sich daher ganz offenbar in Christo und seinem Reiche kund, und es ist derselbe Gott, der des Alten und der des Neuen Testaments. Gewaltiger nur reden die Zeugnisse dieses sich selbst immerdar treuen Gottes im Neuen Bunde; denn sein Licht erscheint nicht blos in Israel, sondern bedeckt die ganze Erde, und seine Güte wie seine Gerichte umspannen tiefer, eingreifender, entscheidender die ganze Welt, welche nunmehr ja mit allen ihren Völkern zu seiner Gemeinschaft berufen ist. Der Apostel hat die Christen aus den Heiden vor Hochmuth gewarnt; er hat ihnen den Glauben als die unerläßliche Bedingung für die Zugehörigkeit zu dem Reiche Gottes, das mit Christo allen Völkern seine Thür geöffnet hat, dargestellt. Und indem er nun weiter fortfährt die Entwickelung des Reiches Gottes zu beschreiben, zeigt er, wie allein der Glaube der Menschen die jedesmalige Gestalt dieses Reiches bestimmt. Eben deshalb, weil die Juden nicht geglaubt haben, ist die Erscheinung der Gemeinde Christi gerade diejenige geworden, welche nunmehr seit des Apostels Zeiten zu Tage liegt: die Kirche ist eine Kirche der früheren Heidenvölker. Tritt an Stelle des bisherigen Unglaubens dagegen lebendiger Glaube unter Israel an den so lange verworfenen Gottessohn, dann wird auch diese Veränderung die entsprechende Veränderung für das Ganze des Reiches Gottes auf Erden herbeiführen. Wir hören V. 23, 24: „Und jene, so sie nicht bleiben in dem Unglauben, werden sie eingepfropfet werden, denn Macht hat Gott sie wieder einzupfropfen. Denn so du aus dem Oelbaum, der von Natur wild war, bist ausgehauen und wider die Natur in den guten Oelbaum eingepfropft, wie viel mehr werden die natürlichen eingepfropft in ihren eigenen Oelbaum." Mit diesen Worten ist aber nicht blos ausdrücklich gesagt, daß die Möglichkeit der Wiederannahme Israels zur Wirklichkeit werden wird, sondern es soll auch in seinen eigenen Oelbaum eingepfropft werden. Nicht so steht es, daß zur Zeit seiner Bekehrung das jüdische

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.