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Dibre Emeth · 1868-01-01 · 11-12 (1868) · page 5

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
24 (1868)
Issue
11-12 (1868)
Date
1868-01-01
Page
– (sequence 5)
Language
German
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165 läßt, sondern allein aus unverdienter Güte und Barmherzigkeit ihr erquickendes Lebenswasser darreicht. Sobald der Glaube fehlt, sind Herz und Mund und Ohr geschlossen gegen die Säfte und Kräfte der himmlischen Welt, und der Mensch verdorrt wie ein dürrer Ast. Die Schuld des frischen Baumes ist es nicht, sondern die Schuld des Zweiges, welcher den Kanal der Lebenssäfte, den Glauben, in sich verschüttet hat. Das dürre Geäst aber wird abgehauen, wenn Gottes Zeit gekommen ist, und die Völker, welche Christen geworden find, werden, das sagt ihnen der Apostel mit heiligem Ernst, ebensowohl ihres Christenstandes verlustig gehen, wenn der Glaube ihnen entschwindet, als Israel thatsächlich seine Gotteskindschaft für die Gegenwart in den meisten Gliedern verloren hat. Zur Furcht muß der Apostel schon in seinen Tagen die neue Christengemeinde ermahnen, denn er sieht eine Zeit kommen, in welcher diejenigen, welche vielleicht Jahrhunderte lang Christen hießen, aus Christi Reich verstoßen werden. Und nur die allein, so sagt er an dieser Stelle, werden von solchem Gericht verschont werden, welche beständig in der heilsamen Furcht stehn, daß ihr Glaube demüthig bleibe. Daher mögen nun auch die Juden, welche doch die apostolische Predigt so sehr schelten, erkennen, daß in ihr nichts von Ungerechtigkeit enthalten ist. Das Evangelium Pauli läßt sich nicht von dem Schein der Gegenwart täuschen: Er spricht denen, welche augenblicklich glauben, doch um deßwillen nicht etwa das Himmelreich für alle Fälle und alle Zeiten zu, sondern fordert als Grundbedingung für den bleibenden Besitz der Gnade den demüthigen Glauben, welcher durch die Furcht Gottes von dem Abweichen bewahrt wird. Daher schließt nun Paulus diesen Abschnitt mit den Worten des Verses 22: „Darum schaue die Güte und den Ernst Gottes: den Ernst über die, welche gefallen sind, die Güte aber über dich, sofern du an der Güte bleibst, sonst wirst auch du abgehauen werden." Die Worte bedürfen keiner ausführlichen Erklärung; sie wollen in den Wegen Gottes nur dies aufweisen, wie er sich beständig gleich

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