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Dibre Emeth · 1868-01-01 · 9-10 (1868) · page 28

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
24 (1868)
Issue
9-10 (1868)
Date
1868-01-01
Page
– (sequence 28)
Language
German
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156 dabei Glieder der heiligen Gemeinde Gottes werden können; er läßt die anderen Nationen nicht unter das Joch des mosaischen Gesetzes zwingen. Und ob er dafür von seinem eigenen Fleisch die bitterste Feindschaft erntet, eS bleibt ihm eine selige Arbeit den Tempel Christi so aufzunchten, wie er in seinen Tagen erbaut werden soll. Aber dabei, und wenn er noch so hoch von seinem Amt redet, das die Gegenwart des Reiches Gottes zum Zweck hat, läßt er sich von dieser Gegenwart nimmermehr in der Liebe irre machen, welche mit unermüdlicher Treue auf das eigene Volk zurückblickt. Denn der Sinn des Herzens Gottes ist auch sein Sinn. Gottes Liebe hat den Gang, welchen sein Reich genommen, gerade so geordnet, um dadurch die Juden zu locken, daß sie aus ihrer Ferne herzutreten und Christi Jünger werden möchten. Paulus weiß es wohl, daß Israel in seinen Tagen noch nicht als Volk zu der Gemeinschaft Jesu Christi sich kehren wird, aber der Eifer seiner Liebe erkaltet deßwegen nicht. Seine Misstonsarbeit geschieht unter den Heiden, aber seine Augen blicken trotzdem unverwandt auch auf Israel. Israel ist „sein Fleisch;" es thut ihm weh wie der größte Schmerz am eigenen Fleisch, daß er Israel seinem Heilande entlaufen steht. Wie einen Brand fühlt er es in den eigenen Gebeinen, daß die Kinder des Reichs der Gnade Gottes, die sich in Jesu geoffenbart hat, ferne bleiben. Mag er auch fast an jeglichem Ort die Erfahrung machen müssen, daß ihm zum Lohn seiner Liebe Todesgefahr bereitet wird, die-Flammen seiner Liebe lassen sich doch nicht ersticken. Sind eS nicht Alle, die er gewinnen kann, so hofft er doch „Etliche" zu retten. Er weiß die Tiefe der Gefahr, in welcher sein Fleisch sich befindet. Er selbst hat ja am Rande des Abgrunds gestanden; nun sind die Augen ihm geöffnet und er kennt die Rettung. Darum streckt er die helfenden Hände aus, ob nicht wenigstens Einige aus Israel sie ergreifen möchten. Mit seiner Liebesgluth will er, können es nicht alle sein, doch einige Herzen Israels in der Gegenwart erwärmen. Wer darf ihn beschuldigen, wenn er sogar in der Gegenwart, welche er die Zeit der Verstockung Israels nennt, so zu demselben steht, und wenn er unter den Leiden die ihm von den Seinen bereitet werden, unverrückt dennoch und mit Freuden an einer Zukunft

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