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Dibre Emeth · 1868-01-01 · 9-10 (1868) · page 27

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
24 (1868)
Issue
9-10 (1868)
Date
1868-01-01
Page
– (sequence 27)
Language
German
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155 Das soll auf der einen Seite die Juden „reizen" und ihnen zeigen, welch eine Fülle von Gaben mit dem Christenthum geschenkt wird, während doch Israel dasselbe als ein Herabfinken von der früheren Höhe betrachten wollte. Das soll auf der anderen Seite aber auch den Völkern die richtige Erkenntniß ihrer Stellung zu Israel geben. Die Völker sollen es nicht vergessen, daß ihnen von den Juden das Heil gekommen ist, sie sollen sich recht daran erinnern, daß „die Minderung Israels" für ihr natürliches Leben von so folgereichem Einfluß geworden ist. Daß Israel nicht als Volk, sondern in der geringen „Minderzahl" zu Christo sich bekannt hat, das eben ist für das Leben der Völker von entscheidender Bedeutung geworden. Aber doch sollen die Völker mit geistlichem Sinn dies beurtheilen und nicht bei dem Augenblick stehn bleiben. Von Israel her sind ja die heidnischen Nationen zum Christenthum berufen. Die kleine Zahl der Christusgläubigen aus Israel hat ihnen dasselbe gebracht. Darum aber sollen sie erwägen: wie wird es sein, wenn Israel nicht bloß mehr in Wenigen, sondern in seiner „Fülle," seiner Vollzahl, als ganzes, zum rechten Bestände gekommenes Volk Christum bekennen wird! Mit diesen Worten wendet sich der Apostel an seine heidenchristliche Gemeinde in Rom. Denn es soll dabei bleiben, daß er ein Prediger der Gerechtigkeit und Wahrheit Gottes ist, welcher nichts in falscher Feindschaft oder falscher Freundschaft spricht, sondern Alles nur als der treue Zeuge des gemeinsamen Heilandes der Juden und der Heiden. Deßhalb fährt er fort V. 13,14. „Denn mit euch Helden (den Völkern) rede ich. Insofern ich Völkerapostel bin, preise ich mein Amt, ob ich vielleicht mein Fleisch reizen und ihrer etliche retten möchte." Es ist ihm ein herrliches Amt das Reich Gottes, wie es in der Gegenwart erscheinen soll, den Augen der ganzen Welt darzustellen. Denn er ist Apostel der Heiden und läßt seinen Beruf nicht erniedrigen, sondern preist die Größe desselben. Er predigt die ihm gewordene Botschaft, wie er sie empfangen; er sagt es öffentlich aller Orten, daß die Heiden in ihrer Ordnung des Erdenlebens bleiben dürfen und doch

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