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Dibre Emeth · 1868-01-01 · 9-10 (1868) · page 25

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
24 (1868)
Issue
9-10 (1868)
Date
1868-01-01
Page
– (sequence 25)
Language
German
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153 tritt, daß die Erde mit allen ihren Gütern inwendig nicht still, nicht selig machen kann. Ein Martyrium für den alten Glauben des Talmud würde selbst heute Israel nicht mehr ertragen; zu diesem Alten kann es daher nicht mehr zurückkehren, wenn der Genuß dieser Welt ihm verbittert wird. Gott hat so lange mit seinem Volk Geduld gehabt, bis es nun ohne Zwang von selbst dem Glauben, welchen der Talmud ihm vorschreibt, in Hellen Haufen den Rücken kehrt. Daß aber auch alle Schätze der Erde ein zerbrechlicher Rohrstab sind, welcher die Hand deffen, der sich auf denselben stützt, nur durchbohrt und zersticht, soll es in der weiteren Zukunft erfahren. Da wird nur eins im allgemeinen Stürmen und Brausen noch Rettung bieten, das Schifflein Jesu Christi. Israel soll sich „reizen" lassen durch die Fülle der Segnungen, welche das Christenthum den Völkern bringt; die Völker aber sind zu der Erfahrung dieser Segnungen so gekommen, daß der christliche Glaube in ihrer Mitte der Sauerteig ward, welcher ihr Leben durchsäuerte. Nicht durch ihren Anschluß an Israel ist dies geschehn, sondern die Gestalt ihres Christenlebens ist gerade dadurch die nun geschichtlich vorliegende geworden, daß Israel es verweigerte ein christliches Volk zu werden. Dies meinend fährt der Apostel fort V. 12: „ Wenn aber ihr Fall der Welt Reichthum und ihre Minderung der Völker Reichthum geworden ist, wie vielmehr ihre Fülle (oder Vollzahl)?" Israel war die Gestalt seines Lebens bis ins Kleinste genau durch ein göttliches Gesetz vorgeschrieben worden. War dies auf der einen Seite ein Vorzug für das Volk, so war es auf der anderen Seite doch auch eine hemmende Schranke, welche die Ausgestaltung seines natürlichen Lebens in den bestimmten gleichen Grenzen hielt. Das Gottesreich sollte während der Tage des Alten Testaments nicht anders als in dieser gewissen Enge bestehn, und wer Glied des Gottesreichs sein wollte, mußte darauf verzichten sein Erdenleben beliebig so oder auch anders auszubilden, sondern beständig den feststehenden Ordnungen des Gesetzes sich unterwerfen. Trotz der fortschreitenden Jahrhunderte durfte das nationale Leben des Gottesvolks sich nicht

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