Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 24 (1868)
- Issue
- 9-10 (1868)
- Date
- 1868-01-01
- Page
- – (sequence 21)
- Language
- German
- Belongs to
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149 wie des Todes zu einem Leben der Gerechtigkeit und Ewigkeit mit Gott gebe. Die Völker hören solche Kunde und eins nach dem anderen unterwirft sich derselben; die heidnischen Nationen werden christliche. Das Reich Gottes findet da eine Gestalt, wo es dieselbe vordem gerade niemals gefunden oder auch nur gesucht hatte. Das ist ein Anblick, wohl im Stande, wie der Apostel sagt „Israel zu reizen." Und eben dies ist das Unergründliche der Liebe Gottes, daß sie sich nicht erbittern läßt, sondern auch den Widerstrebenden aus neue Weise nachgeht. Da Israel dem Aufbau des Reiches Gottes in seiner Mitte durch Jesum Christum, der seiner Augenlust und Fleischeslust und hoffährtigem Wesen nicht gefiel, Trotz entgegen stellte, ward dennoch vor seinen Augen der Bau dieses Tempels ausgeführt. Das Heiligthum, welches so lange in seinen eigenen Grenzen gefunden war, sollte ihm nun von anderem Orte her entgegenscheinen, ob nicht die Sehnsucht in seinem Herzen entstünde wiederum in die Gemeinschaft Gottes einzutreten. Die offenbare Verwandlung, welche an den Rationen durch ihre Aufnahme der Botschaft von dem Heil in Christo geschah, sollte Israels Gewissen erwecken. Denn wir dürfen getrost alle aus Israel, die etwas von der Geschichte seit Christo wiffen, fragen, ob es nicht wahr ist, daß die Zeiten des Unheils unter den Völkern immer mit dem Sinken in dem lebendigen und lebendig sich erweisenden Glauben an Jesum Christum zusammenfallen? Oder sind denn nicht die Staaten stark geblieben, so lange ihre Völker in ernst christlicher Gottesfurcht standen? unb hat nicht alles Emporsteigen zur Größe schnell nur um so tieferem Fall Platz machen müssen, wenn der christliche Gehalt der mächtig gewordenen Nation schwand? Dazu kommt ein Anderes. Sind nicht das sittliche Leben so vieler Einzelnen und die allgemeine Sittlichkeit ganzer Völker gerade da ganz anders geworden, wo Jesus Christus die Macht unter ihnen ward? Sind denn nicht die sittlich tüchtigsten und zuverlässigsten, aber auch kräftigsten und lebenswie entwickelungsfähigsten Völker heutiges Tages die, in welchen das Christenthum seinen Einfluß am Entschie-