Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 24 (1868)
- Issue
- 9-10 (1868)
- Date
- 1868-01-01
- Page
- – (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
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146 mund geredet, werden hier wiederholt. Der großen Masse wird das Herz verstockt, nur der zehnte Theil bleibt übrig als ein heiliger Same. Und Davids Bitte um das Gericht derer, welche ihn, den König Gottes, so verfolgen, daß er wie in tiefen Schlamm versinkt, muß eine neue Erfüllung finden: es findet sie in dem Verhängniß über die, welche als Widersacher auf Tod und Leben gegen den Davidssohn Jesus Christus und seine Bekenner aufgestanden sind. Israels Geschichte läßt Paulus warnend zu den Herzen seines Volks reden, wie es bis auf einen kleinen Rest verstockt werden könne. Und indem er das Wort Davids auf Jesum Christum anwendet, zeigt er, daß diese Verstockung wieder gegen den Sohn und König Gottes um deßwillen geschehe, weil er dem natürlichen Auge nicht gefällt. War es aber in jenen früheren Zeiten nicht gleichgültig für Israel gewesen dem auserwählten Könige Gottes, wenn derselbe nicht den fleischlichen Erwartungen und Hoffnungen Genüge verschaffte, zu widerstreben, sondern trug es dem Volk mitten im Jagen nach Wohlleben und frecher Sicherheit die schärfsten Gerichte Gottes ein, die sogar seinen „Tisch" ihm zum „Strick" machten, so mag das Israel der apostolischen Zeit daraus lernen. Es soll sich darüber nicht täuschen, daß die schlagende Hand Gottes wieder diejenigen treffen wird, welche sich in Ungehorsam und Trotz gegen den Gesalbten Gottes auflehnen. Was im Vorbild schon einmal geschehen, das wird sich jetzt nur in schwererer Erfüllung vollziehn. Das Licht der Schrift läßt auch auf die damalige Gegenwart seinen strafenden Schein fallen. Zur Schrift will Paulus Israel zurückführen, hinweg von den eigenen Gedanken und von den thörichten Auslegungen des göttlichen Worts, durch welche es sich selbst betrog, durch welche es gelernt hatte den Mantel der Selbstgerechtigkeit um sich zu breiten. Gottes Heimsuchungen sollten sein Volk immer nur treffen zur Strafe des Ungehorsams. Das aber ist Israels schwerstes Gericht, daß für sein Auge das Licht zur Finsterniß geworden ist, daß die tausendjährige Geschichte es nicht hat belehren können. Angesichts einer solchen Gegenwart möchte nun wohl dem Herzen bange werden, als ob auf immer für Israel die Hoffnung verloren sei.