Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 24 (1868)
- Issue
- 9-10 (1868)
- Date
- 1868-01-01
- Page
- – (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
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145 zur Falle und zum Aergerniß und zur Vergeltung. Ihre Augen sollen verfinstert werden nicht zu sehn und ihren Rücken beuge immerdar." Israel hat das Erbe des Reiches Gottes auf dem Wege des eigenen Verdienstes, und als hätte es wegen seiner Abstammung von Abraham darauf einen für alle Fälle gültigen Rechtsanspruch erlangen wollen: es hat also dasselbe nicht erlangt; die Auswahl aber hat es erlangt, nämlich diejenigen aus Israel, welche die Gnade annahmen, die in Jesu Christo erschienen war. Damit hat sich aber eben so sehr das Wort der Schrift erfüllt wie damit, daß die Uebrigen der Verstockung anheimgefallen sind. Gottes Thun und Wirken ist in beiden Fällen zum Vollzug gekommen. Wie er es den Einen aus seiner Gnade gegeben hat die Werkzeuge der Ausführung seines Planes zu werden, so sind aber die Anderen gleichfalls auch in ihren Stand und Zustand durch Gottes Wirkung gekommen: der Zustand der Verstockung ist über sie verhängt. Gerade weil das abtrünnige Israel immer vom Anfang seiner Geschichte her sich der Freiheit gerühmt, gerade weil es in seiner Ablösung von den Geboten und Ordnungen Gottes eine Erlösung von Knechtschaft stets erblickt hat, gerade weil es als gegen schändliche Zumuthungen dagegen sich sträubte an der sündenvergebenden Gnade durch Jesum Christum fürs Erste sich genügen zu lassen und nur nach Tagen der Niedrigkeit Tage der Erhöhung zu erhoffen, gerade darum wird ihm von den alttestamentlichen Propheten und nun auch von den Zeugen des Reuen Testaments vorgehalten, daß es ganz vergeblich glaube in Freiheit zu leben und vielmehr unter der strafenden Hand Gottes stehe. Die Vergleichung mit früheren Perioden seiner Geschichte soll Israels Gewissen auch für die Gegenwart, in welcher der Apostel zu ihm redet, wecken. Israel hat die Sonne Jesu Christi nicht leiden mögen; das „aus Gnaden" war seinen Augen zum beißenden, stechenden Feuerschein geworden, darum hat Gott das Licht, welches in Christo ihm erschienen war, von ihm hinweggerückt und dafür Finsterniß über seine Erkenntniß, über sein ganzes Leben gebreitet. Wiederum gilt für die Gegenwart Israels, „bis auf den heutigen Tag," was damals, als der König Usias starb, Jesaias über sein Volk verkündigen mußte. Die Worte, welche dort der Propheten- 10