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Dibre Emeth · 1868-01-01 · 9-10 (1868) · page 16

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
24 (1868)
Issue
9-10 (1868)
Date
1868-01-01
Page
– (sequence 16)
Language
German
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144 leicht: nicht mit der Frage über das ewige Geschick der Menschen beschäftigt sich diese Stelle, sondern mit der anderen, welche Wege in dem Leben dieser Erde die Gnade einschlägt. Es ist eine besondere Bestimmung der freien göttlichen Gnade, daß Israel den schönsten Beruf auf Erden haben soll. Aber damit verhält es sich dann ebenso wie mit den verschiedenen Stellungen in dem Leben dieser Welt: der Seligkeit steht der König nicht näher als der Arbeitömann, der Geistliche nicht näher als der Laie, und gleicherweise hat auch das Volk Israel mit seinem geistlichen Berufe keinen höheren Anspruch auf das zukünftige Himmelreich als die anderen Völker mit ihren Erdenaufgaben. In der ewigen Seligkeit, dem letzten Ziel, sind alle gleich, aber auf dem Wege dahin hat der Eine die höhere Ehre vor dem Anderen, hat Israel vor allen Völkern eben den Vorzug, daß es der Anfänger und Vollender des göttlichen Rathes wird. Das Israel nun der Tage des Elias hat sich selbst des Berufs beraubt noch weiter Gottes Volk zu sein, das seine Gnadenabsichten zur Verwirklichung brächte; aber während dies von dem großen Haufen des Volks gilt, hat die Gnade doch die 7000, welche nicht dem Baal ihre Knie gebeugt haben, im Leben bewahrt, daß sie an Stelle der ganzen Gemeinde Israel sein Heilöwerk weiter führten. Nicht von ewigen, sondern von zeitlichen Dingen spricht der Apostel. In solcher Weise führt Paulus nun das Israel seiner Tage auf den wahrhaftigen Grund aller der Erscheinungen zurück, die ihm so widerwärtig waren. Er zeigt es den Juden, daß der Gehorsam oder der Widerstand gegen die Gnade der Grund alles dessen sei, was sich zu ihrer Zeit begeben hat. Denn wieder ist es wie in den Tagen des Elias, wo nur 7000 der Gnade sich ergaben, und darum nur auch diese der „Wahl" oder des Rathes Gottes theilhaftig geworden sind die weitere Entwickelung des Reiches Gottes auszuführen. Paulus spricht dies noch deutlicher in den Versen 7—10 aus: „Wie denn nun? Was Israel sucht, das hat es nicht erlangt; die Auswahl aber hat es erlangt, die Anderen dagegen sind verstockt. Wie geschrieben steht: Gott hat ihnen einen Geist des Schlafs gegeben, Augen nicht zu sehen und Ohren nicht zu hören bis auf den heutigen Tag. Und David spricht: es werde ihr Tisch ihnen zum Strick und

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