Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 24 (1868)
- Issue
- 9-10 (1868)
- Date
- 1868-01-01
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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141 an den Altären zu finden, welche sie der Gottheit errichtet hatten, aber es war nicht der Gott Israels, welchen sie anbeteten, sondern Götter nach eigenen Gedanken. An dem Gott, welcher Israel nach seinem Rath führen wollte, fand das Volk der Tage des Elias keinen Gefallen. Es war gewiß fromm in seiner Selbstbeurtheilung, denn auf allen Anhöhen opferte und räucherte es mit großem Fleiß, aber den Gott, welcher ihm gebot von ihm die Wege sich führen zu lassen, verwarf sein lüsternes Herz. So war es auch in den Tagen Jesu Christi. Den Messias aufzunehmen, welcher zuerst als das Gotteslamm ihm erscheinen mußte, die Strafe und Schuld seiner Sünde zu büßen, verweigerte Israel; einen solchen Messias brauchte es nicht, denn seine Sünde machte ihm keine Roth, sondern eS begehrte vielmehr weltlichen Glanz in einem Messiasreich voll Erdenmacht und Erdentrohes. Mit Gott vermeinte das Volk im Reinen zu sein, wenn es die Form seiner Gottesdienste inne hielt, aber für den Abgrund der Herzen hatte es keinen Blick. War gleich Alles im Alten Testament nur als Vorbild geordnet, um das innere Verlangen nach der Erscheinung des Wahrhaftigen zu wecken, so war es doch für die große Menge viel bequemer bei den äußerlichen Leistungen zu bleiben, welche der Cultus bestimmte, und weil dieselben von jedes Menschen Hand leicht zu vollbringen sind, sich daraus einen Ruhm zu machen, wie genau man den Willen rmd die Forderungen Gottes erfüllte. Daß dies Außenwerk nur abzuschatten hatte, wie von innen heraus in Reinigkeit und Heiligkeit der Mensch mit Gott leben und wandeln sollte, vergaß man; man war zufrieden mit dem, was Mund und Augen und Ohren und Fuß und Glieder leisteten. Man hatte sich nicht nach einem Bessern zu strecken, sondern war gut in dem, was man that; man fühlte den Stachel des Gesetzes und seine Anklagen nicht, denn was man von außen that, ward keine Mahnung im Gewissen. Darum hält Paulus hier seinem Volk den Spiegel der alten Ge- - schichte vor, ob es wohl an dem Beispiel der Väter erkennen möchte, wie tief es trotz scheinbarer Gottesverehrung sinken könne, und daß aller Cultus doch nur Baalsdienst sei, sobald er sich der Demuth entschlägt, welche vor Gott die Kniee beugt, mag er nun sein Volk schelten