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Dibre Emeth · 1868-01-01 · 9-10 (1868) · page 12

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
24 (1868)
Issue
9-10 (1868)
Date
1868-01-01
Page
– (sequence 12)
Language
German
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140 des jetzt lebenden jüdischen Geschlechts erheben. Die Schuld, welche das Volk an Elias und in noch viel höherem Grade an Jesu Christo auf stch geladen, darf eö nicht wiederholen, darf nicht zu dem Letzten noch schreiten, zu dem es sich rüstet, den Aposteln des von ihm gekreuzigten Heilands auch nach dem Leben zu stehn. Sondern es soll sich die Gegenwart gefallen lassen, wie sie nun einmal ist, und vorab in derselben an Gehorsam und Treue erstarken. Statt nur zu klagen und zwar auf eine viel fleischlichere Art und Weise, als Elias, der verzagende Gottesmann es that, statt in Trotz und Hochmuth lieber Gott ganz auszuweichen als seine Wege sich gefallen zu lassen, soll Israel willig in die Ordnung eintreten, die Gott ihm jetzo stellt. Und an Paulo, dem verhaßten Apostel Jesu Christi, mag das jüdische Volk lernen. Ihm stellt es noch wie einst dem Elias, ja noch mehr. Denn wo irgend der Apostel Juden begegnet, findet er nicht Rast noch Ruh. Aber gerade damit, daß er die Worte anführt, in welche der Prophet Elias seine klagende Seele ausschüttet, läßt der Bote Jesu Israel in sein Herz hineinblicken, das auch wohl zum Klagen und Murren stch erheben möchte, aber durch den Glauben getröstet die Arme der Liebe denen entgegenstreckt und das Wort des Friedens denen verkündigt, welche ihn so bitterlich hassen. Für alle Todesfeindschaft bietet Paulus seinem Volk das Wort Gottes dar, welches ihn auch in der Gegenwart nicht hat verzagen lassen, sondern die Anfänge der zukünftigen Erfüllung erblicken läßt. Da mag denn Israel die Liebe des Heidenapostels zu ihm verstehn lernen, wenn es zum Lohn für alle die Leiden, welche es Paulo auferlegt hat, aus seinem Munde das Wort Gottes hören muß, welches zu Elias geredet ward, aber durch den Glauben einen Wiederhall in der Seele des Zeugen Jesu Christi gefunden hat: V.4. „Ich habe mir lassen übrig bleiben 7000 Mann, welche nicht ihre Kniee dem Baal gebeugt haben." Denn Liebe und Ernst sprechen ja beide mit unabweislicher Gewalt aus diesen Worten. Der dringendste Ernst, wenn Paulus den gegenwärtigen Gottesdienst Israels ebensosehr Baalsdienst nennen muß als Elias in seinen Tagen den Gottesdienst jener Väter der heutigen Juden. Allerdings waren jene Väter fleißig

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