Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 24 (1868)
- Issue
- 9-10 (1868)
- Date
- 1868-01-01
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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139 Gottes zum Gottesvolk geworden, hat er solches zu thun in seinem Rath schon zuvor beschlossen und vor sein Herz das Bild dieses Volkes, wie er es sich schaffen wollte, gestellt. Darin aber, daß vor der Zeit, in welcher Israel als Volk in die geschichtliche Erscheinung trat, dasselbe schon im Rathe Gottes lebte, liegt nach Pauli Worten die Gewähr seines Bleibens. Was der Wechsel der Zeit verdunkelt, mag den menschlichen Blick irre machen, aber das Bild, welches Gott fern von diesem Wechsel, und ehe es noch eine ihre Gestalt immerdar verändernde Erde gab, sich gebildet, behält doch seine Wahrheit. Ist dann die Stunde gekommen, so muß diese Wahrheit sich auch vor aller Welt offenbaren. So führt Paulus hinaus aus der trübenden Gegenwart und hinein in die unwandelbar gleiche Klarheit des ewigen göttlichen Raths. Und damit er Gehör für sein Wort finde, damit Israel glauben lerne, daß hinter den Wolken der Gegenwart dennoch die Wahrheit Gottes unverrückt ihre Kraft behalte, führt er sein Volk in die Erfahrungen der eigenen Geschichte hinein. Es hat ja nicht zum ersten Mal in Israel so ausgesehen als in der Zeit der Apostel. Israel hatte schon damals, als der Prophet Elias unter ihm lebte, so weit von seinem Beruf und Wege sich verirrt, daß dieser größte aller früheren Propheten klagt V. 3 „Herr, sie haben deine Propheten getödtet und deine Altäre umgehaun, und ich bin allein übrig geblieben, und sie stehn mir nach meinem Leben." So darf denn also Israel, wenn es bei dem Alten Testamente bleiben will und in seinem Namen gegen die Erfüllung durch Jesum Christum eifert, es nicht leugnen, daß ein allgemeiner Abfall von dem Gott seiner Väter unter ihm nichts Unerhörtes ist, und daß der wahrhaftigste Zeuge Jehovahö von ihm als der bitterste Feind ausgenommen werden kann. Aber eben aus dieser geschichtlichen Thatsache soll es auch ein Verständniß für die augenblickliche Gegenwart gewinnen. Will es die lebendige Gemeinde Gottes bleiben, so darf es sich nicht gegen diejenigen erheben, welche unter göttlichem Auftrag und als wahrhaftige Zeugen durch die ganze einige Schrift bestätigt, Klage wider die Abtrünnigkeit