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Dibre Emeth · 1868-01-01 · 9-10 (1868) · page 9

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
24 (1868)
Issue
9-10 (1868)
Date
1868-01-01
Page
– (sequence 9)
Language
German
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137 reuen läßt, bleibt, für die Gegenwart und für die Zukunft Israels die beste Predigt in sein Herz hineinrufen. Der Apostel tritt gerade auf den Boden des Worts und der Geschichte, welche das jüdische Volk seiner Tage in Anspruch nimmt, um wider das zu streiten, was ihm als Strafe seiner Schuld auferlegt worden ist. Die Juden entgegnen auf seine Predigt von Christo, daß dieselbe Lüge sein müsse, weil sie den Rath Gottes umkehre und die Heiden zum Reich Gottes berufe, die Juden aber aus demselben verstoße. Die Juden weisen ferner auf die Behauptung vieler Christen aus den Heidenvölkern hin, daß sie nunmehr bleibend an Israels Stelle getreten, und Abrahams Same für immer des alten Berufs verlustig gegangen sei. Der Apostel nimmt ihnen den Grund, mit welchem sie ihren Ungehorsam gegen die Predigt von Christo beschönigen. Von einer Verstoßung, einer bleibenden Verwerfung Israels aus dem Reiche Gottes und aus dem anfänglichen Beruf, sagt er in den ersten Versen des 11. Cap., ist gar nicht die Rede. Zeugniß dafür lege er selbst, der Apostel ab. Daß er, Paulus, der Bote Christi unter den Heiden, ein Jude ist, müsse doch billigerweise Israel die Augen zur richtigen Erkenntniß öffnen. Gerade er, der wie keiner aus der Zahl der Apostel von den Juden gehaßt ward, weil die Anderen es als ihren wesentlichen Beruf angaben die Predigt von Christo dem israelitischen Volk zu verkündigen, während Paulus sein Amt das „des Heidenapostelö" nennt, sagt dennoch mit Nachdruck „auch ich bin ein Israelit, aus dem Samen Abrahams, aus dem Stamme Benjamin." (V. 1). Als hätte er nicht genug nur eine Jude zu sein, denn es gab damals viele jüdische Proselyten aus allen Völkern, nimmt er seinen Volksgenossen gegenüber, welche Christum gleichsam als den Vater einer Sekte, der ihren Vater Abraham verdrängen wolle, darstellten, eben diesen Abraham als gemeinsamen Vater in Anspruch, und bezeichnet sich als Glied des Stammes Benjamin, zum Zeugniß, daß es für ihn Werth habe dem alten Volke Gottes in seiner vor mehr als tausend Jahren geordneten Gliederung anzugehören. Sie sollen es wissen, die ihn verfolgen und sein Wort als streitend wider das Alte Testament schmähen, daß er trotz alles Zwiespaltes in der Gegenwart auf der einmal von der Schrift gelegten Grundlage

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