Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 24 (1868)
- Issue
- 7-8 (1868)
- Date
- 1868-01-01
- Page
- – (sequence 28)
- Language
- German
- Belongs to
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134 werden, was können wir nun, da „die Fessel jetzt wegfällt," erwarten? Die christliche Kirche wird ohne Zweifel ihre Misstonsthätigkeit unter Heiden und Muhamedanern und auch unter den Juden darum noch nicht einschränken, sondern getrost fortsetzen, und sich nicht im Geringsten beirren lassen. Hoffentlich wird namentlich auch das Misstonswerk unter Israel je länger desto kräftiger und ausgedehnter in die Hände genommen werden, so daß nicht nur die wenigen „säubern Herren Missionäre" sich damit befassen, sondern auch die christlichen Prediger, wie ja nach dem Zeugniß der Allg. Z. d. I. in Kurland bereits geschieht und wie schon an so manchen andern Orten christliche Prediger und Laien sich für die Ausbreitung des Christenthums unter Israel interessiren und thätig sind. Aber auch Uebertritte vom Christenthume zum Judenthume kommen vor, und nach Angabe jüdischer Blätter sollen diese Uebertritte sogar sehr zahlreich sein. Der „leitende Artikel" in Nr. 3 des „Israelit" unter der Ueberschrift: „Uebertritte zum Judenthum" sagt: „Seit einiger Zeit mehren sich in Oesterreich die Uebertritte zum Judenthume, namentlich von Seiten weiblicher Individuen, ganz außerordentlich. Die Geistlichen anderer Religionen würden sich über den Zuwachs an Bekennern des von ihnen vertretenen Glaubens freuen. Das Judenthum und seine Vertreter hingegen wünschten niemals Proselyten zu machen; unter den gegenwärtigen Umständen aber müssen diese Uebertritte zum Judenthume jedem wahrhaften Israeliten die tiefste Betrübniß verursachen. Die Neophytinnen haben gar nicht die Absicht, das jüdische Religionsgesetz zu befolgen, und hätten sie sie auch, so würden die bekehrenden Neologen, welche den Namen „„Rabbiner"" mißbrauchen, sie daran verhindern. „Was hat es mit diesen von Heß in Weimar, von Geiger in Frankfurt, von Formstecher in Offenbach, von Landsberger in Darmstadt, von Au b in Berlin, von Weihsler in Oldenburg rc. in das Judenthum aufgenommenen Individuen für eine Bewandtniß? Sind dieselben als Juden oder Jüdinnen zu betrachten? Sind Männer, welche den göttlichen Ursprung der mündlichen und schriftlichen Lehre leugnen, welche einen großen Theil der jüdischen Religionsgesetze selber übertreten, befähigt, irgend Bekenner fremder Religionen in das Judenthum aufzunehmen, bieten ihre Zeugnisse irgendwelche Garantie, daß die rituellen Acte wirklich geschehen, und wenn sie geschehen, daß sie auch gesetzmäßig geschehen sind? Hat doch Aub in Berlin an die Stelle des Beth Din die Mikwah-Frau gesetzt: giebt er doch der künftigen Jüdin ein Zettelchen für die genannte Frau, in welchem er ihr befiehlt die Vorzeigerin, ohne Beth Din, durch das Tauchbad zur Jüdin zu machen!! „Aber nicht darum allein handelt es sich; diese sogenannten Rabbinen machen den armen Proselyten weiß, sie brauchten, um Juden zu sein, nur an Einen Gott zu glauben, keinen Sabbat und keine Speise- und keine Ehegesetze zu halten. Mit welchen Juden und