Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 24 (1868)
- Issue
- 7-8 (1868)
- Date
- 1868-01-01
- Page
- – (sequence 26)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 99% known words query
- IRI
…/2554541-2554765-2554770--04968-2560912- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
123 zu machen." Mit diesem Bekenntniß ist doch zugestanden, daß im Talmud auch „Schatten" enthalten ist, und jedenfalls fragt es sich, ob die „Söldlinge" Unwahrheiten geschrieben haben. Sind die Citate, welche z. B. die Nethiboth Olam aus dem Talmud bringen, wirklich in demselben enthalten — und das hat unsers Wissens noch kein Jude bestritten— so wird man die Missionäre nicht beschuldigen können, daß sie „Beschimpfungen," am allerwenigsten aber, daß sie „ungerechte Schmähungen" gegen den Talmud verbreitet hätten; vielmehr schmäht und beschimpft sich der Talmud nur selbst durch den „Schatten," den er enthält. Zu „dem Schatten," der im Talmud vorhanden ist, gehört der obige Grundsatz von dem „Finden und Aufgreifen eines heidnischen Kindes" und auch ein anderer Ausspruch, der sich in Hilchoth melachim Cap. 8,4 findet und also lautet: „Und so hat auch Moses, unser Lehrer, nach einer göttlichen Ueberlieserung uns befohlen, alle Menschen der Welt zur Annahme der Gebote, welche den Söhnen Noahs gegeben sind, zu zwingen, und Jeder, der sie nicht annimmt, wird ermordet." Von solchen Gmndsätzen weiß das Christenthum Nichts, und noch kein Missionär hat nach solchem Grundsatz gehandelt, sondern der christliche Befehl und Auftrag an alle Sendboten lautet: „Gehet hin und prediget das Evangelium." Mit der mündlichen und schriftlichen Predigt des Evangeliums gehen, wie wir schon oft gesagt haben, die evangelischen Missionäre aus. Dieses Evangelium, oder überhaupt das Wort Gottes des alten und neuen Testaments hat eine Kraft in sich, wie kein anderes Wort. Gott selbst zeugt von diesem seinem Wort: „Gleich wie der Regen und Schnee vom Himmel fällt, und nicht wieder dahin kommt; sondern feuchtet die Erde und macht sie fruchtbar und wachsend, daß sie giebt Samen zu säen und Brot zu essen; also soll das Wort, so aus meinem Munde geht, auch sein. Es soll nicht wieder zu mir leer kommen; sondern thun, das mir gefällt, und soll ihm gelingen, dazu ich es sende." Wenn also das Wort Gottes den Menschen verkündigt wird, so wird bald dieser, bald jener von demselben ergriffen in seinem Herzen; man kann dann dies Wort nicht wieder los werden, es eröffnet dem Menschen seine Augen über seinen verlornen Zustand, es hält ihm den Fluch vor, der allen Ueber-