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Dibre Emeth · 1868-01-01 · 7-8 (1868) · page 21

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
24 (1868)
Issue
7-8 (1868)
Date
1868-01-01
Page
– (sequence 21)
Language
German
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117 thums gerade der Gegenstand der ärgsten Erbitterung. Wir Christen verleugnen den Satz nicht, daß Gott für den Menschen unsichtbar sei, denn das Neue Testament spricht diese Lehre eben so klar und deutlich aus, wie das alte, da es Joh. 1, 18 heißt: „Niemand hat Gott je gesehen." Aber so klar dieser Ausspruch ist, so klar und wahr ist auch der andere, daß jene vicrundsiebenzig Personen.den Gott Israels sahen und doch lebten. Kein Uebersetzer hat das Recht, die eine oder die andere Bibelstelle nach seinem Belieben durch eine willkürliche Uebersetzung anders zu deuten und in ihr Gegentheil zu verwandeln. Was hilft es auch, an einer Stelle durch eine falsche Uebersetzung eine Lehre wegleugnen zu wollen, die in verschiedenen andern doch noch ausgesprochen ist? Und sonderbar genug scheinen die Revisoren der israelitischen Bibel doch noch einige Scheu gehabt zu haben, daß sie nicht überall so entstellend zu Werke gegangen sind. Die Erzählung 1. Mos. 18, wie Jehovah dem Abraham erschien, spricht doch deutlich genug, daß Abraham Gott gesehen, da er ja vor ihm stand und mit ihm sprach (V. 2, 22). Oder kann etwa irgend Jemand es wegerklären, daß Moses Gott gesehen habe, da ja, wie 2. Mos. 33,11 die israelitische Bibel.selbst übersetzt: „Der Ewige redete mit Moses, Angesicht zu Angesicht, wie ein Mensch mit dem andern redet." Freilich wird in den eben angeführten Stellen nicht geradezu gesagt, daß Abraham oder Moses Gott „gesehen" habe. Wo dieser Ausdmck vorkommt, da hat die israelitische Bibel denselben auf eine oder die andere Weise zu entkräften, zu verwischen und zu entfernen gesucht. In 4. Mos. 12, 8 spricht nach unserer lutherischen Bibelübersetzung Gott zu Aaron und Mirjam von Mose: „mündlich rede ich mit ihm, und er siehet den Herrn in seiner Gestalt"; die israelitische Bibel gibt die letzteren Worte: „das Bild des Ewigen schauet er (gleichsam)"; sie schiebt also blos das Wörtchen „gleichsam" ein, thut dies auch mit einer Parenthese und also andeutend, daß dies Wörtchen nicht im Grundtert steht. Durch diesen kleinen Zusatz aber nimmt sie dem: „schauen" seine eigentliche, wahre Bedeutung und verwandelt es in irgend eine beliebige Wahrnehmung. Im Buche der Richter wird Kap. 13 Manoah und seinem Weibe die Geburt Simsons von dem Engel des Herrn angezeigt. Bekanntlich

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