Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 24 (1868)
- Issue
- 7-8 (1868)
- Date
- 1868-01-01
- Page
- – (sequence 19)
- Language
- German
- Belongs to
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115 und V. 10,11 heißt es nun in unsrer lutherischen Bibel: „Und sahen den Gott Israels. Unter seinen Füßen war es wie ein schöner Saphir und wie die Gestalt des Himmels, wenn es klar ist. Und er ließ seine Hand nicht über dieselben Obersten in Israel. Und da sie Gott geschauet hatten, aßen und tranken sie." DieZunz'sche Bibel, also eine jüdische Uebersetzung, giebt die Stelle, besonders in dem Theile, auf den es hier eigentlich ankommt, fast wörtlich so, wie unsre lutherische; denn Zunz übersetzt: „Und sie sahen den Gott Israels, und daß unter seinen Füßen war wie ein Werk aus leuchtendem Saphir, und wie der reine Himmel an Klarheit. Und gegen die Edeln der Kinder Israels streckte er seine Hand nicht aus, und sie schaueten Gott und aßen und tranken." Was hat aber die Bibel der israelitischen Bibelanstalt aus der Stelle gemacht? Man höre! — „Da nahmen sie wahr die Erscheinung des Gottes Israels, und unter deren Füßen wie ein Werk leuchtenden Saphirs und wie der reine Himmel an Klarheit. Und an die Edlen der Söhne Israels legte er seine Hand nicht, sondern sie schauten die Erscheinung Gottes, aßen und tranken." An die Stelle des klaren, einfachen „Sehens," wie das Hebräische lautet und verlangt, ist in der israel. Bibel ein bloßes: „Wahrnehmen" getreten; uud auch mit dieser Abschwächung und Verstümmelung nicht zufrieden, schaltet sie noch in jedem Verse (10 und 11) ein Wort ein, das im Hebräischen gar nicht steht, nämlich das Wort: „die Erscheinung," ohne dasselbe, wie es sonst gewöhnlich geschieht, alsein eingeschobenes in eine Parenthese zu setzen. Während nach dem Hebräischen klar und deutlich gesagt wird, die vierundsiebenzig erwähnten Personen „sahen den Gott Israels" (V. 10), „schauten den Gott Israels" (V. 11), heißt es in dieser israelitischen Bibel; „sie nahmen wahr die Erscheinung " (V. 10) und sie schauten die Erscheinung des Gottes Israels" (V. 11). Man kann aber z. B. die Ankunft eines Königs oder einer andern Personen aus mancherlei Umständen „wahrnehmen," ohne den König oder die angekommene Person zu sehen. So kan» man auch eine „Erscheinung Gottes wahrnehmen," ohne daß man Gott selbst sieht. Letzteres aber, daß die erwähnten Personen „Gott sahen," „schauten," ist grade das, was der hebräische Text bestimmt und unleugbar in unsrer Stelle ausspricht. Erscheinungen des Gottes Israels 8*