Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 24 (1868)
- Issue
- 7-8 (1868)
- Date
- 1868-01-01
- Page
- – (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
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114 in Saarburg (im Elsaß)?"" Ich sagte, nein, aber vor vier Jahren war ich da und predigte damals in der protestantischen Kirche über Jesaiah 53. Er wiederholte: „„Aber waren Sie nicht auch vor acht Jahren da? "" Nun erinnerte ich mich, daß ich vor acht Jahren in Saarburg gewesen war, und daß das Erste, was ich damals that, das war, daß ich in den Laden eines Juden ging, der so wüthend wurde, daß er nach der Polizei schicken wollte, die mich hinauswerfen sollte, wenn ich nicht von selbst ginge. Ich sagte ihm, daß er nicht nöthig hätte die Polizei zu rufen, sondern daß ich von selbst gehen würde, wenn er nicht wolle, daß ich bleiben solle, er hätte ganz recht, daß er Herr in seinem Hause sei. Der Jude lächelte, als ich das erwähnte, und sagte: „„Erkennen Sie mich nicht? ich war der Jude."" Ich sagte ihm: „„Hätten Sie mir damals zugehört, so würden Sie nicht so böse geworden sein, und Sie würden damals in Ihrem Gemüthe ebenso beruhigt gewesen sein wie heute. Wenn ich wieder nach Saarburg komme, werden Sie mich aufnehmen? Er schüttelte mir in höchst freundlicher Weise die Hand und lud mich ein nach Saarburg zu kommen und ihn zu besuchen. Sie glauben gar nicht, wie viel Vorurtheile aus den Gemüthern der Juden entfernt wurden, sobald sie uns Vertrauen schenkten." (Fortsetzung folgt.) Verehrter Herr Redakteur! Da, wie Sie mir mittheilten, durch ein Versehen in der Druckerei der Artikel: „Wie man sich jüdischerseits in exegetischen Verlegenheiten hilft" in Ihrer geehrten Zeitschrift S. 54 mit einem Male abbricht, wo jeder Leser noch den eigentlichen Schluß erwartet, das Manuscript aber abhanden gekommen ist, und da gerade auch die Besprechung derjenigen Bibelstelle weggefallen ist, die nach meiner Meinung in der deutschen Bibel der israelitischen Bibelanstalt am allerärgsten entstellt worden ist: erlaube ich mir, über die Uebersetzung dieser Stelle hier einige Bemerkungen zu machen. Nach 2. Mos. 24, 1 empfängt Moses vom Herrn den Befehl, daß er und Aaron, Nadab und Abihu und die stebenzig Aeltesten Israels auf den Berg Sinai zum Herrn steigen und von ferne anbeten sollen. Nach V. 9 steigen sie hinauf