Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 24 (1868)
- Issue
- 7-8 (1868)
- Date
- 1868-01-01
- Page
- – (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
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113 Hierauf sagte ich ihm: „„Wir geben auch nicht einen Pfennig — wir haben sogar einen Paragraphen in den Statuten, daß nicht ein Pfennig für Proselyten verwandt werden darf.'"' Er war erstaunt das zu hören, weil er geglaubt hatte, daß wir für unsere Proselyten zahlten. Er kam wieder und wieder, und wie er, als er das erste Mal kam, ziemlich unhöflich war, so wurde er nachher sehr freundlich. Einige Tage nach einem seiner Besuche begegnete ich ihm auf den Boulevards, als ich in die Kirche ging, um zu predigen. Er bat mich, ihm den Inhalt meiner Predigt mitzutheilen, was ich auch that. Er dankte mir dafür und sprach sein Bedauern aus, daß er nicht in die Kirche kommen könne, da er seinem Berufe folgen müsse. Er wurde sehr freundlich, besuchte mich sehr oft und nahm großes Interesse an unserm Werke. Ein anderer Israelit, ein Rabbiner, kam eines Tages und sagte mir frei und offen, daß er gegen unser Werk gepredigt und seine Gemeinde gewarnt habe mit uns in Berührung zu kommen. Nachdem er sich überzeugt hatte, daß wir nichts Böses thäten, gab er mir seine Karte und lud mich ein ihn zu besuchen. Als ich nach England kam, blieb ich einige Tage in Paris und ich nahm mir vor ihm einen Besuch abzustatten. Dies that ich an einem Sabbath Nachmittags. Ich fand nach der Gewohnheit der Juden eine große Anzahl Juden und Jüdinnen bei ihm zum Besuch. Er empfing mich sehr freundlich, ich aber befand mich in einer ziemlich unangenehmen Lage, denn ich wollte in Gegenwart seines Besuchs kein religiöses Gespräch beginnen, indem ich glaubte, daß es unrecht sein würde, ihm dadurch bei seiner Gemeinde irgend welche Unannehmlichkeit zu bereiten. Allein er fing an einige Fragen über Jesum und das Neue Testament an mich zu richten, und ich begann nun ihm und den um ihn Versammelten das Evangelium zu predigen. Nun das war ein Rabbiner, der Anfangs gegen uns predigte und seine Gemeinde von uns trennte. Lassen Sie mich eines andern Falles erwähnen. Eines Tages standen fünf Juden bei unfern Manuscripten. Sie hörten zu, und ich bemerkte, daß sie etwas zu sagen hätten. Aber in solchen Fällen wartete ich immer, bis sie selbst anfingen, um den Vorwurf zu vermeiden, daß ich zudringlich sei. Endlich kamen sie zu mir, und einer von ihnen fragte mich: „„Waren Sie nicht vor acht Jahren 8