Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 24 (1868)
- Issue
- 7-8 (1868)
- Date
- 1868-01-01
- Page
- – (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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11s „Es besuchten uns Juden vom höchsten Range. Ich will keine Namen nennen, aber doch erwähnen, daß uns auch ein sehr berühmter Banquier, ein alter Mann, besuchte, welcher fast trotzig hereintrat und mich fragte, was wir hier thäten. Ich antwortete ihm achtungsvoll und setzte ihm die Gründe auseinander, die uns bewegen den Juden das Evangelium zu predigen, so wie die Mittel, die wir dabei anwenden, daß wir uns keines ungeziemenden Einflusses bedienen, sondern ihnen einfach sagen, daß unser Messias ihr Messias sei, und daß Jesus von Nazareth der Messias ist, von welchem die Propheten geredet haben. Hierauf erwiederte er: „Was mich betrifft, so werde ich meine Religion niemals ändern," worauf ich ihm antwortete und darthat, daß der Jude, welcher Christ wird, seine Religion nicht ändert, sondern zu der Religion seiner Väter zurückkehrt. Er bat mich nun um eine Erklärung der Stiftshütte, von der er sehr wenig zu wissen schien. Hierbei suchte ich ihn mit aller Rücksicht auf seine Stellung im Leben ernstlich daran zu erinnern, daß er eines Tages sterben müsse, und daß es einen Tag des Gerichts gebe, daß der Erlöser aber bereit sei ihn aufzunehmen, wenn er wahre Buße thäte und im Glauben sterbe. — Eines Morgens kam ein sehr angenehmer und ernster Arzt zu mir und sagte in einer fast rohen Art: „„Es ist sehr unrecht von Ihnen, daß Sie den jüdischen Eltern ihre Kinder entreißen und Juden von ihren Freunden abwendig machen, indem Sie dieselben zur Annahme des Christenthumö verleiten."" Hierauf sagte ich ihm, hören Sie mir zu und urtheilen Sie selbst, ob wir unrecht thun. Einer Ihrer eigenen Philosophen, Jules Simon, sagte in einer seiner Schriften, daß wenn Jemand die Wahrheit hat, oder glaubt sie zu haben, und verbreitet sie nicht unter seinen Mitmenschen, so handelt er grausam gegen sie. Nun wir glauben, daß kein Name unter dem Himmel den Menschen gegeben ist, darinnen sie sollen selig werden, als allein der Name Jesus. Und nun fragte ich ihn, ob es recht oder unrecht sei, daß wir den Juden sagten, was wir glaubten, und wie sie selig werden könnten. Alle dem stimmte er bei, und ich fügte dann noch hinzu, daß wir von unserm Herrn den Befehl hätten allen Völkern das Evangelium zu predigen, und daß die Juden davon nicht ausgeschlossen wären. Er pflichtete dem Allen bei, fuhr aber fort: „„Warum geben Sie denJudenGeld?""