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Dibre Emeth · 1868-01-01 · 5-6 (1868) · page 27

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
24 (1868)
Issue
5-6 (1868)
Date
1868-01-01
Page
– (sequence 27)
Language
German
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9t unter seinen ihn anstaunenden Zeitgenossen. Zwar giebt der Talmud ihm einen berühmten Lehrer, Namens Iosua Sohn Perachja's. Er läßt ihn mit diesem, um einem mordsüchtigen Könige zu entgehen, nach Alexandrien fliehen, und von diesem später als einen aus der Art geschlagenen Schüler unter dem Blasen von 400 Widderhörnern in den Bann gethan werden. Aber dieses Excommunications-Concert ist eine Lächerlichkeit, und das Ganze, da jener Jo sua ein ganzes Jahrhundert vor Jesu lebte, eine plumpe Fabel. Jesus war in Egypten, aber als Kind an der Brust seiner Mutter. Eindrücke von dort, wo das Judenthum eine weitherzigere Richtung eingeschlagen hatte, kann er nicht mitgebracht haben, geschweige daß er dort, nach einer andern talmudischen Fabel, Zauberkünste erlernt hätte." Und S. 17: „Jesus kam aus keinem rabbinischen Lehrhause her, es hat kein System gegeben, dem er sich anschloß und das er ausbaute. Er hat frei und direct aus der Fülle des göttlichen Geistes geschöpft; er hat sich selbst aus der Tiefe seines heiligen Innern ohne Abhängigkeit von Menschen an dem Worte Gottes gebildet, er hat von Kindheit auf in einem Wechselverkehr mit Gott gestanden, aus welchem heraus er den Ausspruch thun konnte, desgleichen nie aus dem Munde eines Menschen vor ihm und nach ihm vernommen worden ist: „„Niemand kennet den Sohn als nur der Vater und Niemand kennet den Vater als nur der Sohn und wem es der Sohn will offenbaren."" (Matth. 11, 27.) In dem „zweiten Doppelbilde" heißt es S. 18: Ein Ausländer erschien einst vor Schammai. „Mache mich," sagte er, „zum Proselyten; aber du mußt mich das ganze Gesetz lehren, während ich auf einem Beine stehe!" Da gerieth Schammai in Zorn, erhob drohend den Meßstab, den er gerade in der Hand hatte, und jagte ihn von dannen. Er ging zu Hillel und dieser bekehrte ihn wirklich in der ausbedungenen Weise. Er sagte zu ihm: „.. . was dir unlieb ist, thue auch deinem Nächsten nicht — dies ist das ganze Gesetz und alles Andere dazu der Commentar: gehe hin, das lerne!" — Das ist Hillel's so viel bewunderte Antwort, auf welche Renan und Geiger fußen, indem sie Jesum zum Nachtreter Hillel's machen ..... die Antwort, welche Jesus Marc. 12, 28—34 in einem ähnlichen Falle wie Hillel ertheilt, lautet wesentlich verschieden von der Antwort Hillel's. Von

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