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Dibre Emeth · 1868-01-01 · 5-6 (1868) · page 25

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
24 (1868)
Issue
5-6 (1868)
Date
1868-01-01
Page
– (sequence 25)
Language
German
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89 setzen, aber er stellt ihn sehr hoch, denn er sagt einmal: „Hillel wird niemals für den wahren Gründer des Christenthums angesehen werden" — ein Gedanke, dessen Verneinung schon Aberwitz wäre, wenn ihm nicht Hillel als eine wenigstens Jesu verwandte, geistige Große erschiene. Dr. Geiger dagegen, der gelehrte Rabbiner der Reform- Gemeinde von Frankfurt a. M., in seinen Vorlesungen über das Judenthum und seine Geschichte (1864) ist viel zu sehr Jude, um Hillel unter Jesus zu setzen: „„Jesus"", sagt er, „„war ein Pharisäer, der in den Wegen Hillel's ging."" Einen neuen Gedanken sprach er keineswegs aus. Hillel aber stellt uns das Bild eines — das Wort wird ihn nicht entweihen, es wird ihn adeln — eines echten Reformators dar. Und „dieser Hillel" — setzt Geiger mit leicht verständlichem Seitenblick hinzu — „ist eine vollständig geschichtliche Persönlichkeit. Bei andern Männern greift die Sage in ihr ganzes Wesen gestaltend ein, schmückt sie mit Wundern, legt all' ihren Flitter um sie, aber je wunderbarer die Sage, desto weniger glaubwürdig ist sie, desto mehr verhüllt sie den Charakter, um so kleinlicher erscheint der Verherrlichte als geschichtlicher Mensch." Es werden dann von S. 10 an drei „Bilder entrollt", oder drei Punkte aufgestellt, nach denen Jesus und Hillel mit einander verglichen werden, nämlich: 1. „Wie wurde Hillel und wie wurde Jesus der große Lehrer?" 2. „Was lehrte Hillel, der Babylonier, und was Jesus, der Nazarener?" 3. „Wie unterscheiden sich beide in ihrem Leben als Dulder?" Wiewohl es unangenehm und schwer ist, Einzelnes aus dem Ganzen herauszunehmen, wollen wir doch aus jedem der drei angedeuteten Bilder einige kurze Züge folgen lassen. S. 11 heißt es: „Eines Tages hatte er — Hillel — keine Arbeit gefunden und der Hausmeister — des Beth ha Midrasch — war so eigennützig, ihm den Eingang zu wehren — weil er ihm nämlich die gewöhnliche Bezahlung nicht geben konnte. Begünstigt vom Nachtdunkel des Vorsabbats kletterte er zu dem oben durch die Mauer gebrochenen Fenster empor, von wo er Alles sah und hörte. Aber unvermögend, auf die Dauer dem kalten und unaufhörlichen Decemberschnee zu trotzen, von dem auch Jerusalem zuweilen nicht verschont bleibt, verfiel er in jenen

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