Mannheim
Compact Memory

Dibre Emeth · 1868-01-01 · 5-6 (1868) · page 19

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
24 (1868)
Issue
5-6 (1868)
Date
1868-01-01
Page
– (sequence 19)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
96% known words query
IRI
…/2554541-2554765-2554769--04928-2560871
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

83 ihm nicht als besonderes Verdienst angerechnet werden; er würde dieses Verdienst mit den unzähligen Molochdienern, welche nicht blos gleiche Bereitwilligkeit zeigten, sondern auch das Opfer wirklich vollzogen haben, Heilen. Im Gegentheile, daß Abraham verhindert wurde das Schaueropfer darzubringen, daß er es unterlassen, ist die große grundlegende Thatsache, mit der der Stammvater den von ihm sich forterbenden Glauben inaugurirte." .... Hierzu wird von dem vorhin Gedachten angemerkt: Und was will der gelehrte vr. Geiger hier glauben machen? Einfach das: daß der beabsichtigte Act Abraham's, seinen Sohn zu opfern (dem göttlichen Willen gehorchend, wie wir, nach dem heiligen Worte Gottes, glauben), seinen Ursprung noch in dem heidnischen Molochdienst hatte — und daß er, durch eine plötzliche Revolte gegen seine götzendienerischen Neigungen und seinen Gehorsam in Absicht auf den Befehl „vom Himmel," den Act unterließ, den ersten Schritt aus dem Heidenthum herauöthat und also auf diese Weise den reinen Glauben erfaßte und inaugurirte, zu dem er sich emporzuringen bestrebt gewesen. Und das will ein Mensch uns glauben machen, während Gottes Wort doch deutlich lehrt, daß gerade der Gehorsam Abraham's, sein NichtverschoneN seines einigen Sohnes, um seines Bundesgottes willen, als dessen Hingabe ihm von Demselben befohlen wurde, in Gnaden von Jehovah als stärkster Beweis angesehen wurde, den Abraham davon zu geben vermochte, daß er Gott fürchtet. „Und heute sollte man es wagen dürfen uns einen Gott vorzuführen, der ein Kindesopfer, wenn-auch nur versuchsweise, anordnet? Unmöglich!... Und wir sollten dennoch im Gebete diesen Versuch Abraham's preisen? ... Solche Stellen kommen aber in unseren Gebeten vor... gerade in denen für Neujahr- und Versöhnungstag: ,,„Es möge vor Dir (o Gott) sichtbar sein, wie unser Vater Abraham seinen Sohn Isaak auf dem Altäre gebunden und sein Erbarmen bewältigt hat, um Deinen Willen mit vollem Herzen zu thun, also möge auch Dein Erbarmen Deinen Zorn über uns bewältigen."" Nun wahrlich, wenn diese und ähnliche Aeußerungen nicht Verleugnung des Judenthums, nicht Entwürdigung Gottes und des Erzvaters, nicht götzendienerisches Bekenntniß sind, dann giebt es überhaupt keinen 6*

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.