Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 24 (1868)
- Issue
- 5-6 (1868)
- Date
- 1868-01-01
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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73 gab die Leute her, und, wie ich glaube, der Diöcesanfonds zu Jerusalem die Mittel zu ihrem Unterhalt. Die Thätigkeit zur Bekehrung der abyssinischen Namenchristen führte zu der Errichtung einer vorläufigen Mission unter den Falaschas oder Juden. Die anfänglichen Bemühungen unter diesenr lange vernachläßigten und beinahe ganz vergessenen Stamme hatten einen mehr als gewöhnlichen Erfolg auf dem weiten Gebiete der äußern.Mission, sei es unter Juden oder Heiden. Schulen wurden gegründet, Schriftvorleser angestellt, Reisepredigten begonnen, und in einer sehr kurzen Zeit bildeten gegen fünfzig Personen den Kern zu einer reformirten Kirche im Herzen Abpssiniens. Einige von denen, welche nach meiner ersten Abreise aus dem Lande getauft worden waren, waren, wie mich die Ehrlichkeit zu bekennen zwingt, weder ganz erleuchtete noch gewissenhafte Christen, aber wenn Einige ihre Handlungen und ihren Wandel nicht ganz in Uebereinstimmung mit dem Evangelium brachten, so fehlte es doch nicht an Andern, deren Privat - und öffentliches Leben die strengste Prüfung nicht scheuen durste. Die Einführung einer Anzahl Männer in die abpssinische Kirche, welche den Jrrthum bekämpften und das Forschen nach Wahrheit unterstützten, war unter den obwaltenden beschränkten Verhältnissender beste Sauerteig, die abgöttische und verderbte Masse in Gährung zu bringen. Der Versuch kann nicht verurtheilt werden, obschon Viele zu der Annahme geneigt sein mögen, daß er ungewiß und unsicher war. Hier war eine Zahl von Gläubigen, die in der verfallenen Kirche getauft waren, aber doch nicht von dieser Kirche verschlungen wurden — in Wirklichkeit Bekenner des Glaubensbekenntnisses der Protestanten, und doch den Namen nach dem der Abyssinier angehörig — ohne Hehl Verehrer unserer untrüglichen göttlichen Offenbarung und doch sich lehnend an die trüglichen, menschlichen Ueberlieferungen. Dies waren allerdings Widersprüche, aber Widersprüche, die einer leichten Lösung fähig waren. Der Abuna, der von Zweifel, Furcht und Ungewißheit wie auf einem Meere herumgeworfen wurde, war der Verbreitung des Evangeliums nicht feindlich gesinnt, aber ängstlich besorgt, stürmischen Streit und heftige Bewegung zu verhindern. Er hätte gern die Macht der Hierarchie aufrecht erhalten, ohne den wenigen Strahlen des Lichts