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Dibre Emeth · 1868-01-01 · 5-6 (1868) · page 8

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
24 (1868)
Issue
5-6 (1868)
Date
1868-01-01
Page
– (sequence 8)
Language
German
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72 Lager zerspalten und das Land mit dem Blute eines Religionskrieges getränkt sah, gab dem allgemeinen Verlangen nach, und zur Freude von viel Tausenden wurde Thasai mit dem pomphaften Namen Theodorus: Negus Regest, König der Könige von Aethiopien gekrönt. Der listige Monarch und der unerschrockene Prälat waren nun scheinbar versöhnt, obschon es leicht war vorherzusagen, daß die Anmaßungen des Einen und die geistliche Nt acht, die von dem Andern in Anspmch genommen wurde, in nicht gar langer Zeit zu einem ernsten und vielleicht bleibenden Bruche führen würde. Hätte der Abuna all die Tugenden besessen, die den Character eines Christen zieren können, hätte er mit der Sanftheit eines Kindes die fleckenlose Reinheit eines Engels vereinigt, ja wäre sein Leben ein Muster alles dessen gewesen, was edel Md erhaben ist, so würde es ihm selbst dann unmöglich gewesen sein die Streitigkeiten zu vermeiden, in welche er Jahre lang mit dem launischen Herrscher verwickelt gewesen ist. Doch ich darf mich nicht zu weitläufig über diesen Gegenstand auslaffen, das könnte mich zu Betrachtungen verleiten, welche zu sehr von den Schatten, welche sich an der Wand meines Gefängnisses befinden, verdunkelt werden würden. König Theodorus saß fest auf seinem Throne. Lüge mit einigen Wahrheiten vermischt verbreitete seinen Ruf. Er wurde als ein milder, gerechterund leutseliger Regent dargestellt, als ein Freund der Fremdlinge und Beschützer der Rechte seines Volks. Christliche Menschenfreunde wandten ihren mitleidigen Blick wieder Abysflnien zu und glaubten, daß ihre wohlwollende Thätigkeit unter dem Schutze eines so gepriesenen Herrschers sie in ihren so sehr gehegten Erwartungen diesmal nicht täuschen werde. Bischof Gobat, der mit dem Lande und seinen Einwohnern ziemlich bekannt war, machte sich sogleich zu diesem, wohlthätigen Unternehmen auf den Weg. Da alle vorangegangenen Versuche, die von ordinirten Missionaren mit besonder» Fähigkeiten begabt zur Bekehrung dieses Volkes gemacht wurden, fehlgeschlagen waren, so hielt man es nun für rathsam, einen andern Plan zu versuchen und Agenten auszusenden, welche das Volk sowohl in der Wahrheit des Evangeliums unterrichten, als ihm auch nützliche Gewerbe lehren sollten. Die Chrischona in der Nähe Basels

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