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Dibre Emeth · 1868-01-01 · 5-6 (1868) · page 7

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
24 (1868)
Issue
5-6 (1868)
Date
1868-01-01
Page
– (sequence 7)
Language
German
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71 aber die Mittel, deren er sich bediente, werthlos. Er wollte verbessern und nicht erneuern, ausjäten und nicht pflanzen, daher kam es, daß er eine heftige Bewegung hervorrief, aber keinen erneuernden Einfluß entwickelte. Er erweckte heftige Feindschaft, führte aber keine dauernde Reform ein. Dies würde vielleicht sein Urtheil gereift und ihn gelehrt haben, nutzlose Spekulationen denen zu überlassen, welche solche Dinge lieben, und sich selbst mit dem Worte zu beschäfsigen, welches Leben und unvergängliches Wesen offenbart, wenn nicht unglücklicher Weise die Geschichte Abyssinienö in eine neue Phase eingetreten wäre. Thasai, der künftige Eroberer des getrennten Reiches, hatte schon zu derselben Zeit durch seine Tapferkeit und Kühnheit großen Beifall und die Bewunderung der Menge hervorgerufen. Die Eroberung Tigres und die Gefangennahme seines Fürsten vollendete den Triumph. Abuna Salama, der Freund des entthronten Herrschers, war nicht günstig gestimmt gegen den ungestümen Sieger, und sich auf seine Stellung verlassend, versuchte er nicht einmal sein Mißfallen zu verbergen. Thasai wußte das, aber da es sein Interesse war, die Freundschaft mit dem Primas zu pflegen, so verbarg er seinen wüthenden Zorn unter dem sanften Lächeln einer demüthigen Unterwürfigkeit. Das Schwert hatte gesiegt und Tigre, Amhara, Godjam und das unabhängige Königreich Schoa erklärten einstimmig Thasai zum unüberwindlichen Nachfolger Menileks und zum Wiederhersteller des Ruhmes Abyssiniens. Der Weihrauch der Schmeichelei, der dem populären Helden von dem schwärmerischen Volke reichlich gestreut wurde, milderte die Vorurtheile des Abuna's nicht; er nahm vielmehr Anstand, das heilige Salböl auf sein Haupt zu gießen, das Symbol, das ihn zum Gesalbten des Herrn und zum erwählten Herrscher des Reiches machte. Schlaue Jntriguen, die ihm oft größere Dienste leisteten als das Schwert, das er damals so geschickt führte, kamen ihm hier auch zu Hülfe, und dem Bischof wurde angedeutet, daß, wenn er sich weigere den Nachkommen Salomo's zum Könige von Abysfinien zu salben, ein anderer Würdenträger der Kirche im Reiche sei, das Haupt der römischen Mission, der kein Bedenken tragen würde, die feierliche Handlung an ihm zu vollziehen. Der erschrockene Primas, welcher in seiner Einbildung die Kirche schon in verschiedene feindliche

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