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Dibre Emeth · 1868-01-01 · 5-6 (1868) · page 3

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
24 (1868)
Issue
5-6 (1868)
Date
1868-01-01
Page
– (sequence 3)
Language
German
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67 üppigen Wachsthuine des Jrrthums begraben, und die Kirche in Afrika, die so viele Hoffnungen für diesen umnachteten Continent zeigte, endlich in ein Zerrbild des Chriftenthums und in eine Schmähschrift auf das Evangelium verwandelt wurde. Die theologischen Streitigkeiten der Geistlichen störten nicht den Schlaf der die Ruhe liebenden Laien, noch untergruben sie die Einheit der Kirche. Der ausgelassene Aethiope, der nur das Vergnügen liebt, hatte keine Neigung, sein stumpfes Gehirn mit Fragen abzuquälen, welche auf einen Kampfplatz zu beschränken seien, den zu betreten er nie wagte. Er küßte das Kreuz, fiel nieder vor den rohen Bildern der Maria und des heiligen Georgs, welche an die Lehmwände der Kirche gemalt waren, beobachtete pünktlich die unzähligen vorgeschriebenen Fasten und sagte bestimmte Gebete in einer unbekannten Sprache her, und wenn dies Alles nicht sein Lügen, Stehlen, seine Völlerei, Ehebrecherei u, s. w. versöhnte, so gab er seinem Beichtvater eine außergewöhnliche Flasche mit Honig, und der Vertrag zwischen seinen niedrigen Neigungen hienieden auf Erden und seiner verheißenen Hoffnung des Himmels war so sicher wie immer. Mit der Ankunft der Jesuiten und ihrem unheiligen Auftreten begann eine neue Aera. Die Fremden fanden auf den abyssinischen Alpen eine zweifelhafte Aufnahme, da man sie wohl als nützliche Verbündete gegen die muhamedanischen Eindringlinge ansah, aber doch von ihnen argwöhnte, daß sie Beförderer von Lehren seien, die ihrem angeerbten Glauben entgegen wären. Ihre Anstrengungen, den Nachfolgern St. Markus ihre Vorrechte zu entwinden und sie mit dem Stuhle St. Petrus zu verbinden, erregte die heftigsten Leidenschaften des trägen Hochländers, und auf Geheiß des Priesters zog er sein verrostetes Schwerdt aus der Scheide zur Vertheidigung der Kirche. Hätten die Emissäre des Papstes ihre Arbeit auf das bescheidene Bestreben nicht aufdringlicher Lehrer beschränkt, so hätte das Unglück, das sie traf, von ihnen abgewendet werden können; aber von Stolz und Anmaßung gestachelt, befahlen sie, wo sie hätten bitten sollen, und gebrauchten Zwang, wo sie hätten den Weg der Ueberzeugung betreten sollen — daher denn auch das Mißlingen ihres Werks, ihre Niederlage, Vertreibung und Tod. 5*

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