Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 24 (1868)
- Issue
- 3-4 (1868)
- Date
- 1868-01-01
- Page
- – (sequence 25)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/2554541-2554765-2554768--04901-2560843- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
87 Toleranz äußert sich „die allgemeine Zeitung des Judenthuius" sogar mit einer Art Entrüstung und bezeichnet solche Verträglichkeit als „Religionsmengerei." Wir möchten es aber dennoch nicht für unmöglich halten, daß früher oder später die Verträglichkeit noch etwas weiter ginge. Denn wenn die jüdische Aufklärung ihren Missionsberuf unter ven Christen fortsetzt und wenn sogenannte Christen mit ihrem Unglauben und ihrer frechen Christusverleugnung diesem geklärten Judenthum entgegenkommenr so läßt sich wohl auch noch eine Vereinigung und Verträglichkeit allgemeinerer Art auf dem religiösen Gebiet erwarten. So heftig die Juden auch gegen die verschiedenen gläubigen Christen und gegen entschiedenes biblisches Christenthum, das Jesum Christum den Gottmenschen, den Mittler und Versöhner zu seinem Grunde hat, polemisiren: so wissen sie sich doch Eins mit Renan, Strauß und Consorten. Beide, diese Christum verleugnenden Christen und jene ungläubigen Juden lassen ja Christum als einen gewöhnlichen Menschen in der Geschichte stehen, sie rühmen wohl gar noch den Weisen aus Nazareth, ehren und achten ihn als Einen ihres Gleichen. Warum sollten sich denn solche religiöse Gesinnungsgenossen nicht auch nach ihrer Art gottesdienstlich vereinigen? So schmerzlich und schmachvoll es aber für jedes Christenherz sein muß, daß dergleichen Dinge geschehen, so darf uns deshalb nicht bange sein. Christus, der Herr der Kirche, wird darum nicht von seinem Thron gestoßen; mögen auch viele seiner Feinde jubeln bet dem Verfall der Christenheit; das haben sie schon oft gethan; aber dennoch hat die Gemeine des Herrn sich gebaut und ausgebreitet. Was das Volk Gottes im alten Testament tröstete, stärkte und erhielt, das ist auch der Trost und die Stärke der neutestamentlichen Gemeine; beide singen und rühmen: „Gott ist bei ihr darinnen, darum wird sie wohl bleiben; Gott hilft ihr frühe." Pastor Harms über die Judenmission. Unter dieser Ueberschrift brachten die Stimmen der Wahrheit 1862 in Nr. 1, 2 Seite 14 ff. eine Entgegnung auf einen Artikel in Nr. 8 des Hermannsburger Misstonsblattes vom Jahre 1861. Der nun