Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 24 (1868)
- Issue
- 3-4 (1868)
- Date
- 1868-01-01
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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44 was so Viele von uns verachten? Jerusalem und Israel überwindet nur Eins und das ist der Felsenglaube an Jesum Christum, den Gottessohn, der uns selig macht aus freier Gnade durch sein Blut; der Glaube, von dem Johannes sagt, er ist der Sieg, der die Welt überwunden hat. Je mehr Ihr ihn abschwächt und verwässert durch menschliche Zusätze, oder ihn deutelt nach menschlichem Witz und Verstand, desto mehr nehmt Ihr ihm von seiner weltüberwindenden Kraft; rein und lauter verkündet wird er an Israel und in Zion sich kräftig erweisen. Reiner, lautrer evangelischer Glaube! — wird der, wie ein Glanz aus Jerusalem Hervorbrechen, dann wird es heißen: Jerusalem mit neuem Namen n3-*»SDn „meine Lust an ihr!" Zion mit neuem Namen! War die alten Namens gebeugt unter Gottes Zorn, soll die neuen Namens verkündigen seine Barmherzigkeit und seine Liebe. „Wache auf, wache auf, stehe auf, Jerusalem, die du von der Hand des Herrn den Kelch seines Grimmes getrunken hast, die Hefen des Taumelkelches hast du auögetrunken und die Tropfen gelecket!" Ja, Zion hat den Zorn des Herrn erfahren. Jesaias weiß davon zu sagen, und Jeremias davon ein Lied zu singen. Und doch, in der letzten Erfüllung ist die Weissagung hinter der Wirklichkeit noch zurückgeblieben. Wohl klingt das Lied an den Wassern Babels von den Gefangenen Zions wie ein Verzweiflungsschrei des Schmerzes: Jerusalem, wenn ich dein vergesse, so werde meiner Rechten vergessen; wohl weint, bei Jeremias, die Stadt, die eine Fürstin war unter den Heiden, des Nachts, daß ihr die Thränen über die Backen laufen: Schauet doch und sehet, ob irgend ein Schmerz sei, wie mein Schmerz, der mich troffen hat; doch hat größerer sie getroffen, als die Weissagung ihres letzten getödteten Propheten zur Erfüllung kam: „Euer Haus soll euch wüste gelassen werden!" Ja, deutlich steht's auf den vermoosten Trümmern Jerusalem's geschrieben: „Der Herr hat mich also zugerichtet, daß ich nicht aufkommen kann;" wie keine ward Zion gebeugt unter Gottes Zorn. ' Wird nicht auch endlich dies Wort an Jerusalem und seinem Volke,sich erfüllen: „Meine schweren Sünden sind durch meines Herrn Strafe erwacht?" Werden sie nicht endlich zur Buße sich wenden und