Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 24 (1868)
- Issue
- 1-2 (1868)
- Date
- 1868-01-01
- Page
- – (sequence 24)
- Language
- German
- Belongs to
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24 als Götzendiener und können von ihrem Standpunkte aus auch gar nicht anders. In den rabbinischen Schriften der alten Juden ist auch die Lehre von der Gottheit und Menschheit des Messias ausgesprochen, wie auch in diesen Blättern zum öftern nachgewiesen ist. Als aber die Christen an Jesu Christo die Erfüllung der erwähnten und anderen Verheißungen bis in die einzelsten Züge und Umstände nachwiesen und ihn predigten als den Messias und König Israels, dieser Jesus aber in seiner tiefen Niedrigkeit, Knechts- und Kreuzesgestalt den Juden nicht gefiel, die auf eine irdische Erlösung hofften: kamen sie in die Klemme und wußten nicht, wie sie Angesichts der klaren Weissagungen der Schrift, auf welche sich die Christen immer beriefen, die Lehre derselben widerlegen sollten. Der berühmte Commentator Raschi bekennt die Lehre, daß der Messias Israels der Jehovah unsre Gerechtigkeit sei, erlaubt sich aber zugleich bei Erklärung des 2. Psalms eine solche Exegese, die ihm wahrlich keine Ehre macht, und der er selbst durch sein eigenes Geständniß den Stempel der Willkühr und der Falschheit aufdrückt. Der genannte Psalm handelt bekanntlich von dem Messias und seinem Reiche, und der Messias wird besonders als „Sohn Gottes" dargestellt. Bei Erklärung der Worte in Vers 12: Küsset den Sohn, daß er nicht zürne" u. s. w. bekennt Raschi geradezu: Unsere Vorfahren haben diese Stelle von dem Messias verstanden und erklärt, um aber die Christen widerlegen und ihnen antworten zu können, wollen wir die Worte von David erklären. So willkührlich eine solche Behandlung der Schrift auch ist, muß man immer noch bei aller Unredlichkeit doch die Ehrlichkeit Raschi's anerkennen, daß er wenigstens die Wahrheit bekennt, der Psalm handle offenbar und nach dem Zeugniß der Vorfahren von dem Messias und nur aus Feindschaft und Abneigung gegen die Christen und ihren Messias gebe er wider besser Wissen und Gewissen eine andere und falsche Erklärung Wenn Raschi es nicht verschmähte, mit den Waffen einer solchen Eregese die Lehre der Christen zu bekämpfen, so dürfen wir uns nicht wundern, daß die späteren Juden in die Fußtapfen dieses ihres großen und berühmten Vorkämpfers treten und sie bis auf den heutigen Tag so manche messtanische Weissagung, namentlich auch diejenigen, die seine Gottheit bezeugen, gar nicht mehr auf den Messias beziehen, und von