Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 24 (1868)
- Issue
- 1-2 (1868)
- Date
- 1868-01-01
- Page
- – (sequence 23)
- Language
- German
- Belongs to
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23 Juden ziemlich allgemein ist,-ist fast lächerlich zu nennen, da man erklärt, Gott habe sich mit den Engeln berathen über die Schöpfung des Menschen und zu ihnen gesagt: Wir wollen einen Menschen machen u. s. w. Abgesehen davon, daß schon der Prophet Jesaias es Gottes für unwürdig findet, daß er irgend Jemand um Rath fragen sollte, da es Jes. 40/ 13, 14 heißt: „ Wer unterrichtet den Geist des Herrn, und welcher Rathgeber unterweiset ihn? Wen fragt er um Rath, der ihm Verstand gebe und lehre ihn den Weg des Rechts, und lehre ihn die Erkenntniß und unterweise ihn den Weg des Verstandes?" Es müßten, wenn diese Erklärung richtig wäre, auch die Engel in dem Bilde Gottes erschaffen sein, wovon wir aber in der heiligen Schrift Nichts lesen. Solche Erklärungen, wie die angeführten, bekunden nur die Verlegenheit der Schrifterklärer und welche Mittel sie anwenden, um sich aus der Schwierigkeit zu helfen. Ohne die Lehre von der heiligen Dreieinigkeit ist auch die biblische Lehre vom Messias unerklärlich. Letztere zieht sich durch die ganze heilige Schrift des alten Testamentes hindurch vom 1. Mose bis Maleachi oder nach jüdischer Eintheilung zu reden, vom 1. Mose bis 2. Chronika. Das Bild, vaö uns hier von dem Messias vorgezeichnet wird, stellt denselben hauptsächlich nach zwei Seiten dar, einmal in großer Majestät und Erhabenheit und dann in tiefer Armuth und Niedrigkeit; einmal in göttlicher Größe und Herrlichkeit und zugleich in Menschen- und Knechtsgestalt; mit einem Wort der Messias der Bibel ist wahrer Gott und wahrer Mensch in einer Person. Jesaias spricht Kap. 9, 6. 7 von ihm als von einem Kinde, das uns geboren wird und sagt doch zugleich von ihm, daß er genannt wird: „Starker Gott," „ Vater der Ewigkeit." Jeremias zeugt von dem Nachkommen Davids, den Gott zu seiner Zeit erwecken und zum Könige Israels einsetzen will, daß er keine geringere Person sein soll als: „Jehovah unsre Gerechtigkeit." Jer. 23, 5. 6. Der Prophet Micha verheißt Kap. 5, 1, daß in Bethlehem derjenige Herrscher Israels geboren werden soll, dessen Ausgänge von Anfang und von Ewigkeit her gewesen sind. Will man die Lehre von der Gottheit des Messias festhalten, ohne die Lehre von der heiligen Dreieinigkeit, so geräth man in die Vielgötterei, und die Juden betrachten uns Christen daher auch