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Dibre Emeth · 1868-01-01 · 1-2 (1868) · page 21

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
24 (1868)
Issue
1-2 (1868)
Date
1868-01-01
Page
– (sequence 21)
Language
German
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Wie man sich jüdischerseits in exegetischen Verlegenheiten hilft. Keine Lehre des Christenthums hat wohl so häufigen und heftigen Widerspruch von Seiten der Juden erfahren, wie die Lehre von der heiligen Dreieinigkeit. Den alten Juden ist diese Lehre durchaus nicht fremd, sondern sie haben dieselbe in ihren Schriften ausgesprochen und bekannt, namentlich finden sich in dem Buche Sohar, das von vielen Juden für besonders heilig gehalten wird, merkwürdige Zeugnisse für dieselbe und Beispiele, wie die alten Juden sich diese Lehre verdeutlichten. So wird auf den Baum hingewiesen als ein Bild der Einheit in der Dreiheit; denn zum Baume gehören Stamm, Wurzel und Aeste, und diese drei machen doch nicht drei Bäume, sondern Einen Baum aus. In jedem ausgesprochenen Worte ist eine Dreiheit, nämlich der Wille, die Stimme und das artikulirte Wort. Ja der Sohar gebraucht einen Ausdruck zur Bezeichnung der erwähnten Lehre, den sich kein christlicher Exeget, Lehrer oder Schriftsteller jemals erlaubt hat, oder erlauben wird; denn in Resehith Chochma heißt es: D'i"6x J V' d. h. wörtlich: „Es giebt drei Götter." Damit soll aber durchaus keine Vielgötterei ausgesprochen werden, sondern der Sohar hält dabei fest an der Einheit Gottes. Wenn daher die heutigen Juden die Lehre von der heiligen Dreieinigkeit, die wir Christen bekennen, so stark bekämpfen, so ist es offenbar, daß sie in diesem, wie in so manchem andern Stücke, von dem Glauben ihrer eigenen Väter abgefallen sind und Lehrsätze verleugnen, die ihre Vorfahren mit aller Entschiedenheit bekannt haben. Weder die Apostel Jesu Christi, noch die ersten christlichen Lehrer haben diese Lehre erfunden oder aus dem Heidenthume, aus der heidnischen Götterlehre herübergenommen, sondern es ist eine rein jüdische Lehre, die auch nicht etwa.erst in der sogenannten dritten Entwickelungsstufe des Judenthums entstanden ist, im Talmudismus, sondern die wir im allerersten Stadium, in dem Mosaismus, schon finden, ja, die von Mose selbst zurückgeführt wird bis auf den Anfang aller Geschichte, bis in die Zeit der Schöpfung; denn dort finden wir das erste Zeugniß von der Drei-

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