Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 24 (1868)
- Issue
- 1-2 (1868)
- Date
- 1868-01-01
- Page
- – (sequence 20)
- Language
- German
- Belongs to
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20 und nicht bloß dies; von Zeit zu Zeit bin ich sogar der hiesigen Tribüne, der Gerichtszeitüng, der Zukunft und nun sogar Herrn Nippold verfallen. Aber man braucht kein Prophet, nur ein schlichter Zeuge der Wahrheit zu sein, um zu erfahren, was dem Elisa begegnet ist, — nur hat man kein Recht, wie er, sie strafen zu wollen. Es bedarf auch keiner Bären; besser sind feurige Kohlen auf ihrem Haupt. Herr Nippold spricht von einem Co nt rast zwischen meinen Ansprüchen und Leistungen. Was meine Leistungen betrifft, so glaube ich gerne, daß er sie geringschätzen würde, wenn er sie erst kennete, was ich leider nicht voraussetzen darf. Aber von meinen Ansprüchen hat er gewiß nichts erfahren; denn wer will sie ihm denn verrathen haben! Bei wem habe ich denn solche erhoben! Sind ihm von Bewerbungen meinerseits irgend Nachrichten gekommen? Unmöglich! Seit langen Jahren bin ich hier in Berlin in patriotischer Weise thätig; hat er von einer Audienz vernommen, um die ich hohe Personen, etwa um Bücher zu überreichen, angegangen habe! Immer habe ich aus enger Muße wissenschaftlich gearbeitet, sowohl als Secretär der Erfurter Akademie, wie hier; ich habe niemals den Anspruch erhoben, Unterstützung dafür von königlicher Seite zu erhalten. Wer lebt hier in Berlin und zeugt, daß ich von ihm für mich etwas verlangt habe? — obschon die Möglichkeit nicht gar so ferne lag. Daß ich kein Recht gehabt hatte, Ansprüche zu erheben, glaube ich gern; aber viele, die ebenso glauben sollten, thun es doch. Richtig ist, daß ich politisch konservativ, daß ich vaterländisch gesinnt, daß ich für den König meines Heimathsstaats begeistert gewirkt, — eben so wahr ist, daß ich eben so wenig auf dieses positive Wirken und Sein Ansprüche gestützt. Mir sind Subventionen weder zu Reisen noch zu Büchern zu Theil geworden. Gott sei Dank, der mich frei und uneigennützig sein ließ. Ohne Gehalt, ohne Anstellung, ohne Subvention darf man wohl den Muth haben, zu sagen, daß ein Contrast zwischen Anspruch und Leistung allerdings vorhanden ist; denn Ansprüche waren nicht erhoben; — und die Leistungen waren, wie gering auch, doch existent. Doch ich sehe, ich falle ins Rühmen. Das sei aber ferne. „Jngleichen halte Jedermann von sich mäßiglich, nachdem Gott ausgetheilet hat das Maß des Glaubens."